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14.12.2016 // Eckpunkte für den Masterplan Medizinstudium 2020 veröffentlicht

Studierende kritisieren geplantes Pflichtquartal

Die Gerüchte kursierten schon lange, jetzt scheint es festzustehen: Der Masterplan Medizinstudium 2020 sieht ein Pflichtquartal im Praktischen Jahr (PJ) in der ambulanten Versorgung vor. Dies berichtet die Ärzte Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Papiere. Der als „streng vertraulich“ deklarierte Plan sehe demnach außerdem neue Kriterien bei der Zulassung zum Medizinstudium mit Blick auf soziale und kommunikative Fähigkeiten sowie die „Leistungsbereitschaft“ der Bewerber vor. Weitere Regelungen finden sich dem Bericht zufolge unter Stichworten wie „Kompetenzorientiertes Studium“ oder „Praxisnahe Ausbildung“. Eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze hingegen fehle in dem Papier.

Der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, Moritz Völker, kritisierte die geplante Einführung eines weiteren Pflichtabschnittes im PJ: „Wir bedauern außerordentlich, dass man es von Seiten der Politik nun offensichtlich doch für notwendig hält, im Praktischen Jahr Pflichtmaßnahmen zur Stärkung der ambulanten Versorgung zu ergreifen. Wir halten dies nach wie vor für den falschen Weg, auch wenn wir mit dem Ziel übereinstimmen.“ Das Medizinstudium dürfe nicht an versorgungspolitischen Interessen ausgerichtet werden. Abgesehen davon sei schwer vorstellbar, wie ein ambulantes PJ-Pflichtquartal in der Realität umgesetzt werden soll. Es fehlten nicht nur adäquate Lehrpraxen in der ambulanten Versorgung, sondern es sei bisher auch völlig unklar, wie eine entsprechende Finanzierung realisiert werden solle.

„Sowohl diese Entscheidung als auch die Absicht, die Studierenden am Ende ihres Studiums in der Allgemeinmedizin zu prüfen, zeigen uns, dass die Meinung der Ärzte von morgen nicht das angemessene Gehör findet und über deren Köpfe hinweg entschieden werden soll. Das ist sehr bedauerlich, vor allem, da sich die Medizinstudierenden mit vielen umfangreichen Vorschlägen und Aktionen intensiv am Projekt Masterplan beteiligt haben. Hier erinnere ich nur an den Aktionstag Richtig gute Ärzte werden oder an unsere Umfragen, an denen viele Tausende Medizinstudierende teilgenommen haben. So viele haben sich bisher noch nie für ihr Studium eingebracht. Wir fürchten, dass die Enttäuschung in die Politik nun groß sein wird“, so Völker. (mr)