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29.06.2016 // Bedarfsplanung

GBA: Umfassende Neuregelungen nicht vor 2018

Die im Versorgungsstrukturgesetz spätestens zum 31. Dezember 2016 geforderte umfassende Neuauflage der Bedarfsplanung kann frühestens Ende 2018 realisiert werden. Das geht aus Äußerungen des unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA), Josef Hecken, in einem Interview mit der Ärzte Zeitung hervor.

Der GBA war vom Gesetzgeber beauftragt worden, bis Ende dieses Jahres die Bedarfsplanung künftig auch an sozioökonomischen und soziokulturellen Faktoren auszurichten. Zu deisen Faktoren gehören zum Beispiel das verfügbare Einkommen einer Region, die Arbeitslosenquote, der Bildungsstand und der öffentliche Nahverkehr. Dafür jedoch gebe es kein "diskriminierungsfreies Modell", zitiert das Blatt Hecken. Der GBA habe daher ein Gutachten in Auftrag gegeben, das zunächst die wissenschaftliche Basis dafür schaffen soll und mindestens zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen werde, sagte Hecken.

Allerdings seien notwendige Anpassungen damit nicht ausgeschlossen. So sei geplant, Neurologen und Psychiater sowie Orthopäden und Unfallchirurgen künftig getrennt zu beplanen. Zudem solle die Nachbesetzung internistischer Sitze sich stärker an den Subspezialisierungen ausrichten: „Wir wollen ermöglichen, dass ein freiwerdender gastroenterologischer Sitz auch wieder von einem Gastroenterologen besetzt wird“, so Hecken. Dazu werde überlegt, Unterquoten oder auch eigene Verhältniszahlen einzuführen.

Ein weiteres Thema des Interviews sind klare Hinweise im Arztinformationssystem, ob eine Verordnung wirtschaftlich ist oder nicht. Dies werde dann notwendig, wenn die Erstattungspreise von Arzneien nicht mehr öffentlich gelistet werden, wie zwischen Regierung und Pharmaindustrie verabredet. (stp)

Interview der Ärzte Zeitung im Josef Hecken


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