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27.02.2017 // Telemedizin

Vergütung und Indikationen für Videosprechstunden vereinbart

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben im Bewertungsausschuss die Vergütung von Videosprechstunden vereinbart. Demnach kann ab dem 1. April für jede durchgeführte Videosprechstunde ein Technikzuschlag von 4,21 Euro abrechnet werden. Die Anzahl ist jedoch auf insgesamt 50 Mal im Quartal gedeckelt. Eine Kostendeckung sei bereits bei zwei Videosprechstunden pro Woche erreicht, heißt es. Der Bewertungsausschuss geht dabei von aktuellen Lizenzgebühren für entsprechende Dienste von rund 100 Euro im Quartal aus. Die Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen, weshalb die Online-Konsultation auch Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig ist.

Anders ist es, wenn ein Patient in einem Quartal die Praxis nicht aufsucht. Dafür haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Analogziffer zur Pauschale vereinbart, die ebenfalls ab dem 1. April abgerechnet werden kann. Sie beträgt 9,27 Euro. Bedingung ist jedoch, dass der Patient bereits in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal persönlich in der Praxis erschienen ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung. Andernfalls würden Ärzte gegen das Fernbehandlungsverbot verstoßen.

Zudem sind zunächst auch nur bestimmte Indikationen für eine Abrechnung der Videosprechstunde vorgesehen. Dazu zählen die visuelle Verlaufskontrolle von Operationswunden, Bewegungseinschränkungen und -störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, die Kontrolle von Dermatosen sowie die Beurteilung der Stimme, des Sprechens oder der Sprache. Nicht alle Krankheitsbilder seien für eine Videosprechstunde geeignet, begründet der Bewertungsausschuss die Entscheidung. Entsprechend können zunächst auch  nur Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Facharztgruppen wie Haut- und Augenärzte, Chirurgen und Orthopäden Videosprechstunden einsetzen und abrechnen können. Eine Erweiterung des Leistungsspektrums ist jedoch beabsichtigt. (stp)

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