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08.12.2015 // Sachverständigenrat

Vorschlag: Teilweise krank kommt billiger

Ärzte sollten Arbeitnehmer teilweise krankschreiben können. Das hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in einem Sondergutachten vorgeschlagen, dass er im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt hat. Ziel ist es, die Krankengeldausgaben zu senken. Diese sind zwischen 2006 und 2014 von insgesamt 5,7 auf 10,6 Milliarden Euro gestiegen. Als Ursache für den signifikanten Anstieg der Krankengeldausgaben in den vergangenen Jahren nennt das Gutachten neben einer gestiegenen Morbidität vor allem das gestiegene Erwerbseinkommen und die Zunahme an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.

Bei einer teilweisen Krankschreibung würde der Grad der festgestellten Arbeitsunfähigkeit zwischen 25 und 100 Prozent differenziert, so die Idee. Die betreffenden Erwerbstätigen sollen somit auch teilweise noch ihrer Arbeit nachgehen können, denn nicht jede Verletzung oder Krankheit führe gleich zum Totalausfall eines Arbeitnehmers, erklärte der Ratsvorsitzende Ferdinand Gerlach. Die Krankenkassen würden entsprechend nur einen Teil des Krankengeldes zahlen.

Der Sachverständigenrat gab darüber hinaus zwölf weitere Empfehlungen ab, um die Krankgeldkosten zu senken. Dazu zählen eine effizientere Prävention von Rückenleiden, die Etablierung gestufter Versorgungsmodelle, ambulantes Case-Management sowie ein besserer Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung – zum Beispiel durch Selektivvertragsmodelle mit Zugangsgarantien, Akutsprechstunden und schwerefallabhängigen Honoraranreizen für ambulante Therapeuten. (stp)

Pressesprecher

Michael Rauscher

Tel.: 030 206208-11

Fax: 030 206208-711

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