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08.03.2017 // Monopolkommission empfiehlt mehr Wettbewerb

Wahltarife und Digitalisierung sollen Anreize für optimale Versorgung schaffen

Das derzeitige Krankenversicherungssystem in Deutschland nehme den Krankenkassen Anreize, nach Wegen für die optimale Versorgung der Patienten und Kosteneinsparungen zu suchen. Das diagnostiziert die Monopolkommission in einem Sondergutachten und empfiehlt mehr Wettbewerb über Wahltarife und Selektivverträge. „Die Intensivierung des Wettbewerbs innerhalb der Krankenversicherungssysteme ist Voraussetzung, um eine bessere Versorgung für die Versicherten zu gewährleisten und die Kosten zu senken", so der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach. Zudem sei es an der Zeit, die Chancen der Digitalisierung wahrzunehmen. Konkret spricht die Kommission von einer besseren Prävention durch individuelle, App-basierte Dienste oder besser abgestimmte Behandlungsabläufe durch die Vernetzung von Ärzten, Patienten und Versicherungen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Wettbewerbshemmnisse im Versorgungsmanagement der gesetzlichen Krankenversicherung müssten vermieden und ein effektiver Qualitätswettbewerb geschaffen werden, so die Gutachter. Dazu sollten Krankenkassen ihr Tarifspektrum erweitern und Wahltarife anbieten können, die zum Beispiel auch die Praxisgebühr beinhalten könnten. Grundsätzlich seien Selektiv- und Qualitätsverträge mit ambulanten und stationären Einrichtungen anzubieten, die die Versicherten „zu Leistungserbringern lenken“. Beim Risikostrukturausgleich schlägt die Kommission vor, bei der Zuweisung von Mitteln auch Präventionsmaßnahmen zu berücksichtigen. Zudem müssten sich regionale Unterschiede in den Ausgabenniveaus auch in den Einnahmen der Kassen wiederfinden.

In der privaten Krankenversicherung (PKV) müssten, um den Wettbewerb nicht wie bisher auf das Neukundengeschäft zu beschränken, die Wechselmöglichkeiten für Bestandskunden innerhalb der PKV verbessert werden. Privat Versicherte müssten die Möglichkeit erhalten, bei einem Versicherungswechsel ihrem Gesundheitszustand entsprechende Alterungsrückstellungen mitzunehmen. Bislang gebe es für Bestandskunden kaum Möglichkeiten, zwischen den Anbietern zu wechseln, weil sie nur einen sehr geringen Anteil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen können. Zudem empfehlen die Gutachter Tarifzusammenführungen bei Kassenfusionen, sofern die Leistungen in den jeweiligen Tarifen gleichwertig sind und die Belange der Versicherten gewahrt blieben. Damit sollen „Hindernisse für dynamische Prozesse“ ausgeräumt werden. (stp)

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