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05.12.2016 // KBV und DKG streiten um Finanzierung

Was kostet die Notfallversorgung?

Im Vorfeld der Verhandlungen zur Vergütungsstruktur im ambulanten Notfalldienst stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) das bislang von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) dargestellte Finanzierungsdefizit in der ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus infrage. Die von der DKG angeführte eine Milliarde Euro sei deutlich zu hoch angesetzt Das geht aus einem Gutachten hervor, dass das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) gemeinsam mit dem Münchener Gesundheitsökonom Günter Neubauer erstellt hat. Demzufolge gebe es in den Berechnungen der DKG gravierende Fehler. Deren Zahlen stammen aus einem Gutachten der Management Consult Kestermann GmbH (MCK) aus dem Jahre 2015, dass die DKG gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in Auftrag gegeben hatte. Demnach ergebe sich für einen im Krankenhaus behandelten ambulanten Notfall eine notwendige Finanzierung von 120 Euro, das Defizit je Fall liege somit bei 88 Euro, da nur die 32 Euro vergütet würden, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen nach Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) für die ambulante Notfallversorgung gezahlt werden.

Die Datenanalyse der DKG sei jedoch fragwürdig. „Das Papier weist hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Kalkulationen so erhebliche Mängel auf, dass es keine Grundlage für eine sachgerechte Diskussion über Vergütungsleistungen sein kann“, erklärte Neubauer. Die Daten beruhten auf freiwilligen Antworten von nur 55 Kliniken. Die Ergebnisse könnten folglich keinesfalls als Beschreibung der Situation von Notfallmedizinern an Krankenhäusern allgemein in Deutschland gelten. Aktuell erhielten Krankenhäuser, die an der Notfallversorgung teilnehmen, zwischen 70,60 Euro bis 93 Euro je Notfall. Diese Summe ergebe sich zum einen aus den 33,60 Euro bis 51 Euro, die bereits jetzt in den diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) eingerechnet sind, und zum anderen aus dem expliziten Zuschlag auf die DRG-Fallpauschalen von fünf bis zehn Euro für ambulante Notfälle. Hinzu kommen dann noch die nach EBM gewährten 32 Euro. Die DKG ginge in ihren Berechnungen jedoch lediglich von den EBM-Zahlungen aus, woraus sie ein Gesamtdefizit von einer Milliarde Euro bei der Notfallversorgung errechnete. „Nach unseren Berechnungen sind die DKG-Forderungen nicht haltbar“, so Neubauer. Er geht von einem Kostenbedarf von 600 bis 791 Millionen Euro aus.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen sagte mit Blick auf die Verhandlungen im Erweiterten Bewertungsausschuss: „Nur weil einige Kliniken unwirtschaftlich arbeiten, müssen sie nicht noch mehr verlangen.“ Die KBV setze sich dafür ein, dass Patienten im Krankenhaus begutachtet werden und dann über eine Weiterbehandlung in der Klinik oder Praxis entschieden wird. „Die erste Begutachtung des ankommenden Patienten kann sowohl durch einen niedergelassenen Arzt als auch einen stationär tätigen Kollegen erfolgen“, sagte Gassen. Allerdings sei es nicht sinnvoll, an jeder Klinik eine Portalpraxis einzurichten. Er kündigte zudem an, im kommenden Jahr die ambulante Notfallnummer 116 117 im Rahmen der KBV-Kampagne intensiver zu bewerben. (stp)

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