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29.08.2017 // Umfrage unter Assistenzärzten in der Anästhesie

Weiterbildung hat "inakzeptable Lücken und Schwächen"

Bei 79 Prozent der sich im Gebiet Anästhesie weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte leidet die Weiterbildung unter der zunehmenden Ökonomisierung. Das geht aus einer bundesweiten Befragung des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Wissenschaftlicher Nachwuchs, der Jungen Anästhesie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie der youngBDA des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA) unter den dort organisierten Ärztinnen und Ärztin Weiterbildung hervor. Zudem schätzen die online befragten 895 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung ihre psychosoziale Arbeitsbelastung als sehr hoch ein. Auch mit der individuellen Weiterbildung sind nur mäßig zufrieden – auf einer Skala von 1 für „sehr unzufrieden“ bis 5 für „sehr zufrieden“ liegt der Median lediglich bei 3. Zwar liegt der Median bei der Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen bei 4 für „eher zufrieden“, jedoch gab fast ein Viertel an, „sehr unzufrieden“ oder „eher unzufrieden“ mit der augenblicklichen beruflichen Situation zu sein – und ebenfalls ein Viertel hat daraus bereits Konsequenzen gezogen und entweder den Arbeitsplatz gewechselt, die Arbeitszeit reduziert, ist ins Ausland gewechselt oder hat die praktische ärztliche Tätigkeit aufgegeben.

Verbesserungspotenzial sehen die befragten Ärztinnen und Ärzte zunächst vor allem in der inhaltlichen Strukturierung der Weiterbildung durch entsprechende Weiterbildungs- und Rotationspläne, die zu Beginn der Weiterbildung ausgehändigt werden. Nur 27 Prozent der Befragten haben zu Beginn ihrer Weiterbildung ein solches strukturiertes Curriculum erhalten – obwohl die Weiterbildungsbefugten dazu verpflichtet sind. Diese Zahl bestätigt auch Umfrageergebnisse des Hartmannbundes unter seinen Assistenzärzten. Hier gaben knapp 68 Prozent an, keine solchen Pläne erhalten zu haben. „Mutmaßlich basiert die Weiterbildung in vielen Kliniken überwiegend nicht auf einem auf das Lernen ausgerichteten System, in dem aufeinander aufbauende Lerninhalte den Arbeitstag bestimmen“, schlussfolgern die Autoren der aktuellen Befragung. Wahrscheinlich sei hingegen, dass der Einsatz der sich weiterbildenden Ärztinnen und Ärzte überwiegend durch die Erfordernisse der Krankenversorgung bestimmt werde. Dies führe dazu, dass Lerninhalte nicht planbar seien und nicht aufeinander aufbauen könnten. „Eine solche Strukturierung stellt jedoch ein wichtiges Werkzeug zur Qualitätssicherung dar und beeinflusst maßgeblich die Weiterbildungszufriedenheit“, so die Autoren.

Ähnlich sieht es mit den laut den Weiterbildungsordnungen der Ärztekammern verpflichtenden Weiterbildungsgesprächen aus: 60 Prozent gaben an, dass die Gespräche gar nicht oder nur unregelmäßig stattfinden. Aufhorchen lässt auch, dass die Mehrheit der Befragten, mit denen Weiterbildungsgespräche stattgefunden haben, diese nicht als hilfreich empfanden. „An diesem Beispiel zeigt sich, dass sich selbst bei den verpflichtenden Aspekten der Weiterbildung noch immer inakzeptable Lücken und Schwächen in der flächendeckenden und konkreten Umsetzung zeigen“, so ein weiteres Fazit. (stp)

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