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09.03.2016 // ZI-Fachtagung

Wirtschaftlichkeit: Substanz für ambulante Versorgung erhalten

Um die wirtschaftliche Führung von Arztpraxen gewährleisten zu können, sollten die Leistungsbewertungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) regelmäßig aktualisiert und ein Ausgleich für steigende Betriebskosten im Orientierungswert vorgesehen werden. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem ein Gutachten zur Definition und Messung der Wirtschaftlichkeit von Arztpraxen, das der Hamburger Gesundheitsökonom Jonas Schreyögg im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) erstellt hat. Als Datengrundlage nutzte Schreyögg das ZI-Praxis-Panel mit den Daten von 5.000 Vertragsärzten aus den Jahren 2008 bis 2010.

Hintergrund der Diskussion ist, dass es bislang an einer von Krankenkassen und Ärzteschaft akzeptierten methodischen Grundlage fehlt – derzeit dominiert die Sichtweise der Krankenkassen. Diese sehen bevorzugt den fachgruppenübergreifenden Orientierungswert als geeignetes Instrument, um Wirtschaftlichkeit zu beeinflussen. In seinem Gutachten stellt Schreyögg hingegen heraus, dass Produktivitätsunterschiede und damit auch mögliche Wirtschaftlichkeitsreserven nach Fachgruppen und Leistungsschwerpunkten differenziert ermittelt werden müssten. Er empfiehlt daher dem Bewertungsausschuss, in Abständen die Bewertung einzelner Gebührenordnungspositionen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zu überprüfen. Bei der Anpassung des Orientierungswerts wären dann vorrangig Preissteigerungen bei Personal, Mieten und Betriebsmitteln zu berücksichtigen.

ZI-Geschäftsführer Dominik von Stillfried forderte den Bewertungsausschuss auf, klar zu begründen, wem die ermittelten jährlichen Produktivitätsgewinne gehören sollen – den Ärzten oder den Versicherten. Die Krankenkassen dürften aus seiner Sicht nicht mehr entnehmen als erforderlich. Die Substanz der ambulanten Versorgung müsse erhalten und gefördert werden. „Kassen dürfen Produktivitätsgewinne nicht auf Kosten der Qualität einfordern“, so von Stillfried.

Der Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschusses, Prof. Jürgen Wasem, kündigte an, dass sich das Gremium eingehend mit der Argumentation der Sachverständigen beschäftigen werde. (stp)

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