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02.08.2017 // Neue Approbationsordnung für Zahnärzte

Zahn- und humanmedizinische Ausbildung werden angeglichen

Nach jahrelanger Vorarbeit hat das Bundeskabinett heute die Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung zur Kenntnis genommen und dem Bundesrat zugeleitet. Damit sei der Weg für eine grundlegende Reform der Approbationsordnung für Zahnärzte frei, heißt es in einer Pressemeldung des Bundesgesundheitsministeriums, dass die Verordnung vorgelegt hat.

„Wir wollen künftigen Zahnärztinnen und Zahnärzten eine moderne, an die fachlichen Weiterentwicklungen angepasste Ausbildung bieten und legen damit den Grundstein dafür, dass den Patientinnen und Patienten auch weiterhin eine gute und hochwertige zahnärztliche Versorgung zu Gute kommt“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Die zahnärztliche Ausbildung erfolgt derzeit noch auf Basis der aus dem Jahr 1955 stammenden und seitdem weitgehend unveränderten Approbationsordnung für Zahnärzte.

Von der Verordnung ist auch die Approbationsordnung der Ärzte betroffen, da die Studiengänge der Zahn- und der Humanmedizin in den ersten Semestern künftig angeglichen werden sollen. Künftig soll sich das Zahnmedizinstudium in einen vorklinischen Studienabschnitt von vier Semestern, in dem das medizinische und das zahnmedizinische Grundlagenwissen vermittelt werden, und in einen klinischen Studienabschnitt von sechs Semestern für die praktische Ausbildung gliedern. Der klinische Studienabschnitt soll ebenfalls durch mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen ergänzt werden.

Grundsätzlich soll der Unterricht künftig fächerübergreifend und problemorientiert ausgerichtet sein. Ziel ist es, Allgemeinerkrankungen künftig besser in der zahnmedizinischen Ausbildung abzubilden. So könnten zahnmedizinische Befunde als Früh-, Leit- und Begleitsymptome Hinweise für die Diagnostik und Therapie einer Allgemeinerkrankung geben. Umgekehrt hätten allgemeinmedizinische Erkrankungen und deren Therapie Einfluss auf die zahnärztliche Behandlung.

Im Sinne des Präventionsgedankens sollen auch die Schwerpunkte Vorsorge und Zahnerhaltung besser und noch frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen werden. Zudem sollen durch die Einführung eines neuen Wahlfachs und die Einführung des Querschnittsbereichs „Wissenschaftliches Arbeiten“ die Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten gestärkt werden. Außerdem soll das Studium fächerübergreifend und problemorientiert ausgerichtet sein, um damit den Ansprüchen an eine moderne und interdisziplinäre Lehre gerecht zu werden.

Der Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz soll ebenfalls ein elementarer Bestandteil der zahnärztlichen Ausbildung werden. Die Inhalte der Ausbildung in der Zahnärztlichen Radiologie sollen sich künftig nach den relevanten Regelungen der Röntgenverordnung und der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin richten. Die nach Landesrecht zuständigen Stellen sollen die Bescheinigung über die Fachkunde im Strahlenschutz dann zusammen mit dem Zeugnis über die Zahnärztliche Prüfung erteilen.

Weitere zentrale Ziele der Reform sind eine stärkere Gewichtung der Ausbildungsinhalte auf die Zahnmedizin statt auf Zahnersatz und Werkstoffkunde sowie eine Verbesserung der Betreuungsrelation.

Stimmt der Bundesrat der Verordnung zu, würden der Großteil der Neuregelungen und die davon betroffenen Änderungen der Approbationsordnung für Ärzte am 1. Oktober 2018 in Kraft treten. Die übrigen Änderungen der Approbationsordnung für Ärzte sollen laut Verordnungstext bereits am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

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