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15.03.2017 // Diskussion um Notfallversorgung

ZI: Krankenhausambulanzen nicht ausgelastet

Die durchschnittliche Auslastung der Notfallambulanzen lag im Jahr 2015 statistisch bei etwa einem Patienten pro Stunde. Das hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ermittelt, das in der Diskussion um die angemessene Vergütung ambulanter Behandlungen in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser nun mehr Sachlichkeit anmahnt und konkret eine Konzentration der Anlaufstellen für die Notfallversorgung fordert. Auf dasselbe Ergebnis komme man auch dann, so ZI-Geschäftsführer Dominik von Stillfried, wenn man das im Sommer 2015 vorgelegte Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) zugrunde legt, das damals die Notwendigkeit einer höheren Vergütung für die Behandlungen ambulanter Notfälle in Kliniken begründen sollte. Hier ergebe sich rechnerisch eine mittlere Auslastung von 1,2 Patienten pro Stunde für jedes Haus. Allerdings sei die Auswahl der Häuser nicht repräsentativ gewesen, so von Stillfried.

„Unter Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten ist eine Reduzierung der Anzahl der Notfallambulanzen unumgänglich“, resümiert von Stillfried. Damit würde auch die Einrichtung ärztlicher Bereitschaftspraxen an Krankenhäusern erleichtert, die einen erheblichen Anteil der weniger dringlichen Behandlungsfälle übernehmen und die Notfallambulanzen der Krankenhäuser so für die Behandlung echter Notfälle entlasten könnten. So habe die Kombination von Bereitschaftspraxis und Notfallambulanz am Unfallkrankenhaus Berlin im dritten Quartal 2016 zu einer Auslastung von sechs Fällen pro Stunde in der Ambulanz und von weiteren drei Fällen in der Bereitschaftspraxis geführt. Bei dieser Auslastung komme die Notfallambulanz auf den mittleren Umsatz einer Hausarztpraxis, so das ZI. In diesem Fall würde die Frage einer angemessenen Vergütung auf ganz anderer Grundlage diskutiert. (stp)

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