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Aktuelles

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01.06.2017 // Deutsches Studentenwerk

BAföG-Bedarfssätze zu niedrig

Die Bedarfssätze für Studierende nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) müssen erhöht werden. Das hat das Deutsche Studentenwerk (DSW) gefordert und beruft sich dabei auf die Studie „Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden“ des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie, die im Auftrag des DSW erstellt wurde. Darin vergleichen die Autoren die aktuellen Lebenshaltungskosten von Studierenden mit den BAföG-Sätzen und kommen zu dem Schluss, dass nicht nur die Sätze für den Grundbedarf, sondern auch die Wohnpauschale sowie die Zuschläge für die Kranken- und Pflegeversicherung für Studierende ab 30 zu niedrig sind. Die BAföG-Bedarfssätze für Studierende deckten die tatsächlichen Kosten der Studierenden nur in begrenztem Umfang ab.

Die DSW habe für die Berechnung der BAfög-Sätze nun eine Grundlage vorgelegt, die die bisherigen politisch-normativen Setzungen ersetzen sollte, sagte DSW-Präsident Dieter Timmermann. Man habe dabei die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts berücksichtigt und den Bedarf empirisch ermittelt. Eine neue Bundesregierung müsse den studentischen Bedarf nun auf der Grundlage aktueller Daten festsetzen und umgehend eine BAföG-Erhöhung auf den Weg bringen, die die heute aufgezeigten Förderlücken schließt, so Timmermann.

Die Studie bezog die 15 Prozent der Studierenden am unteren Einkommensspektrum in die Untersuchung ein, nicht jedoch die BAföG-beziehenden Studierenden selbst. Dieses Verfahren werde auch bei der Berechnung der Regelbedarfe beim Arbeitslosengeld sowie der Sozialhilfe angewendet, heißt es in einer Pressemeldung des DSW. Für diese 15 Prozent der Studierenden, die über vergleichsweise geringe Einnahmen verfügen und kein BAföG erhalten, vermuten die Studienautoren „verdeckte Armut“.

Als Datengrundlage dienten den Autoren die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2012, die amtliche Einkommens- und Verbrauchsstatistik des Statistischen Bundesamtes 2013 sowie das Sozioökonomische Panel. Keine Berücksichtigung fanden die jüngste BAföG-Erhöhung im Herbst 2016 und die noch nicht veröffentlichten Ergebnisse der 21. Sozialerhebung, die im Sommer 2016 durchgeführt wurde. (stp)

Ermittlungen der Lebenshaltungskosten von Studierenden

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