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Aktuelles

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15.05.2020 // Bewerbung, Unterkunft, Atmosphäre

Famulaturbericht: Departement Chirurgie am SRO Spital Langenthal (Schweiz)

 Leos Nihat Kayhan

Ich habe im schönen Langenthal im Kanton Bern in der Schweiz Anfang 2019 eine Famulatur absolviert, ein obligates 4-wöchiges, medizinisches Pflichtpraktikum.

Bewerbungsmodalitäten
Die Bewerbung ging absolut ohne Komplikation vonstatten. Nach einer Anfrage per Mail erhielt ich alsbald eine Rückmeldung, welche Informationen notwendig seien. Hervorzuheben ist an dieser Stelle der freundliche Umgangston sowie die Zuvorkommenheit hinsichtlich der gesamten Organisation.

Unterkunft
Nach der Abklärung aller Unklarheiten wurde schnell ein Zimmer im nahe gelegenen Wohnheim organisiert; Dort wohnen, neben den Blockstudenten aus der Schweiz, Famulanten und PJ-ler aus dem Ausland sowie auch Pflegefachkräfte und medizinisches Fachpersonal aus dem Spital.

SRO
Der Tagesablauf ist routiniert und sehr gut strukturiert. Man beginnt gegen 7.30 Uhr mit einem gemeinsamen Morgen-Rapport mit den Wirbelsäulenchirurgen und Allgemeinchirurgen. Dort werden die Röntgenbilder des letzten Tages besprochen sowie weitere interessante Fälle. Danach ist man entweder im OP eingeteilt, hilft auf Station bei der Visite (Verbandswechsel, OP-Aufklärungen oder Austritte) oder schreibt Arztbriefe. Zu meiner Zeit am SRO war es auch unter anderem meine Aufgabe, in der Anästhesie-Sprechstunde präoperativ in Kooperation mit einem Anästhesisten die Medikation zu überprüfen sowie eine gezielte körperliche Untersuchung durchzuführen.

Man kann fernerhin auch an den Sprechstunden der Oberärzte teilnehmen und diese dort unterstützen. Hier ist auch der Lerneffekt neben der OP-Erfahrung hervorzuheben.

Dienstags ist Oberarztvisite, donnerstags schaut der Chefarzt vorbei. Im OP ist man entweder als 1. oder als 2. Assistenz dabei. Das hängt davon ab, wie interessiert man ist (proaktiv!) und inwiefern die Assistenzärzte noch auf Station beschäftigt sind. Sei es endoprothetische Chirurgie, Revisionen, traumatologische Eingriffe, Handchirurgie und selbst plastische Operationen - man kann vielerlei Prozeduren sehen, hautnah erleben und aktiv partizipieren. Neben der festangestellten Belegschaft operieren noch zwei Belegärzte zwei Mal wöchentlich, bei ihnen lernt man auch viel.

Das Mittagessen in der Cafeteria ist abwechslungsreich und für Famulanten kostenlos.

Gegen 16.30 Uhr findet der Nachmittags-Rapport statt, wo der Ausgang der OPs besprochen wird und ein Feedback von den Zuständigen der Station. Hier geschieht auch meistens die Einteilung für die OPs des kommenden Tages und es werden offene Fragen geklärt. Der Dienst endet meist gegen 17 oder 18 Uhr.

Atmosphäre
Die Stimmung im Team ist außergewöhnlich. Man ist selbst mit dem Chefarzt per Du, bekommt viel erklärt und wird auch gefordert. Man ist Teil des Teams und wird auch zu privaten Ereignissen eingeladen.

Freizeit
Am Wochenende sowie am Ende der Diensttage (unterschiedlich zwischen 16 und 20 Uhr) bleibt genug Zeit, die Örtlichkeit Langenthal zu erkunden.

Da in der Schweiz alles in kürzester Zeit hervorragend erreichbar ist mit dem Auto, unternahm ich gemeinsam mit einem weiteren Famulanten einige Trips, so beispielsweise nach Bern, wo wir das traditionelle Fastnachttreiben erleben durften. Ferner sind Zürich, Basel sowie Luzern immer ein ereignisreiches Ziel.

Ein Highlight, welches noch hervorzuheben wäre, ist das Besteigen des Haderkulms in Interlaken. Da die Seilbahn noch geschlossen hatte, erklomm ich gemeinsam mit weiteren Begeisterten (international) den Hausberg. Die Aussicht auf der Plattform ist faszinierend und ein unbedingtes Muss!

Tipp
Der Chefarzt und die Oberärzte stellen euch gerne ein Empfehlungsschreiben aus. Fernerhin könnt ihr die OP-Berichte ausdrucken, an denen ihr als Assistenten teilgenommen habt (Schwärzen!). Außerdem: Wenn man die richtigen Leute fragt, ist es im Bereich des Möglichen, vor dem Dienstbeginn im Fitnessraum der Physiotherapie vor Dienstbeginn sich auszupowern.



Kontakt

Hartmannbund

Kurfürstenstraße 132

10785 Berlin

Telefon: 030 206208-0

Telefax: 030 206208-49

E-Mail: hb-info@hartmannbund.de

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