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Aktuelles

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13.08.2015 // PJ-Pflichtabschnitte

HB-Umfrage belegt: Es gibt noch immer nicht ausreichend Lehrpraxen

Vor dem Hintergrund des immer noch diskutierten PJ-Pflichtabschnittes in der Allgemeinmedizin bzw. ambulanten Versorgung hat der Hartmannbund eine Umfrage unter seinen niedergelassenen Ärzten durchgeführt, um herauszufinden, ob diese Pläne praxistauglich sind. Das Ergebnis: Noch gibt es Nachholbedarf, denn von den mehr als 800 Umfrage-Teilnehmern sind aktuell nur 36 Prozent akademische Lehrpraxis, die mehrheitlich Blockpraktikanten und Famulanten ausbilden; nur ein gutes Drittel dieser Lehrpraxen bildet PJ-Studierende aus.

Positiv an den Umfrageergebnissen: Die hohe grundsätzliche Bereitschaft der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, akademische Lehrpraxis zu werden. Von den Befragten, die noch keine akademische Lehrpraxis sind, können sich mehr als 80 Prozent vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt Lehrpraxis zu werden. Darunter sind nicht nur Hausärzte, sondern zur Hälfte auch Fachärzte. Dieses Ergebnis würde die Vorstellung des Hartmannbundes unterstützen, vor dem Hintergrund der stärkeren Abbildung der ambulanten Versorgung im Medizinstudium PJ-Quartale einzuführen (2 Pflicht- und 2 Wahlquartale) und den Studierenden die Möglichkeit anzubieten, eines der beiden Wahlquartale in der ambulanten Versorgung – bei Haus- und Fachärzten – zu absolvieren.

Die Hürden für eine – nach Vorstellungen des Hartmannbundes auf Freiwilligkeit basierende – Stärkung der Medizinerausbildung im ambulanten Bereich sind hinsichtlich des PJ allerdings hoch. Auch das belegt die Umfrage. So geben jeweils etwa 20 Prozent der Befragten an, ihnen fehle es für eine akademische Lehrpraxis an Räumlichkeiten oder ausreichender Zeit für die Betreuung der Medizinstudierenden. Wieder andere scheuen die Bürokratie des Akkreditierungsverfahrens oder sind nicht im Besitz einer Weiterbildungsbefugnis. Größte Herausforderung aber dürfte die Finanzierung der PJ-Ausbildung sein. Für rund zwei Drittel der Niedergelassenen wäre ein finanzieller Zuschuss von monatlich mindestens 500 Euro bis zu mehr als 1000 Euro Voraussetzung für die Übernahme eines Auszubildenden im PJ.

Pressesprecher

Michael Rauscher

Tel.: 030 206208-11

Fax: 030 206208-711

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