pageUp
  
Aktuelles

Aktuelles

22.08.2017 // Prüfungen und Prüfungsformate im Medizinstudium

Langfristiger Lernerfolg und breite Wissensbasis sind besonders wichtig

Langfristigem Lernerfolg und einer breiten Wissensbasis sollte eine größere Bedeutung zukommen als dem reinen Abfragen von speziellem Detailwissen. Zu diesem Schluss kommt der Ausschuss „Medizinstudierende im Hartmannbund“ nach Auswertung des zweiten Teils seiner Umfrage „Dr. med. – Heilen ohne Hut?“, die in der ersten Jahreshälfte durchgeführt wurde.

Die Befragung hat gezeigt, dass die Mehrheit der Medizinstudierenden per Multiple Choice geprüft wird, die Studierenden einen langfristigen und nachhaltigen Lernerfolg aber vor allem in den mündlichen sowie den standardisierten praktischen Prüfungen sehen. Ähnlich verhält es sich bei der Frage, welches Prüfungsformat den tatsächlichen Wissensstand am besten abprüft. Aus Sicht der Teilnehmer sind dies vor allem mündliche Prüfungen wie z.B. Testate, standardisierte praktische Prüfungen wie z.B. OSCEs oder schriftliche Prüfungen im Freitextformat. Lediglich 14 Prozent der Teilnehmer bescheinigen dies Multiple-Choice-Prüfungen.  

Aus studentischer Sicht liegt der Fokus klar auf den Aspekten „langfristiger Lernerfolg“ und „Bestehen“. Die Anzahl der Prüfungen im Medizinstudium stellt für die Studierenden kein generelles Problem dar. Hingegen wird die Vergabe von Noten kritisch gesehen. Gut zwei Drittel der Umfrageteilnehmer würden Noten zugunsten von reinen Bestehensnachweisen abschaffen, da Noten für zusätzlichen Druck und Konkurrenzkampf im Studium sorgen und bei späteren Bewerbungen kaum Beachtung finden.  

Auf der Grundlage der Umfrage haben die Medizinstudierenden im Hartmannbund ein Positionspapier „Prüfungen und Prüfungsformate im Medizinstudium“ veröffentlicht. Die zentralen Forderungen: Eine bundesweite Standardisierung der Prüfungsformate ist dringend notwendig. Dem langfristigen Lernerfolg und der Abfrage einer breiten Wissensbasis sollte im Rahmen der kompetenzbasierten Medizinerausbildung mehr Bedeutung zukommen als der reinen Abfrage von speziellem Detailwissen. Kompetenzbasiertes Lernen benötigt Praxisbezug. Hierzu sollten vermehrt klinische und vorklinische Fächer longitudinal miteinander verknüpft werden und z.B. in praktisch-mündlichen Prüfungen bereits frühzeitig Fallbeispiele zum Einsatz kommen. Die mündlich-praktische Prüfung (M3) nach dem Praktischen Jahr muss in ihrer Ausgestaltung reformiert werden. Der Fokus sollte zukünftig mehr auf ärztliche Kernkompetenzen statt auf das Abprüfen von Faktenwissen gelegt werden. Die Relevanz von Noten im Medizinstudium sollte zugunsten von reinen Bestehensnachweisen reduziert werden.

Weitere Informationen

Kontakt

Hartmannbund

Kurfürstenstraße 132

10785 Berlin

Telefon: 030 206208-0

Telefax: 030 206208-49

E-Mail: hb-info@hartmannbund.de

Pressestelle