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Aktuelles

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26.01.2017 // Masterplan Medizinstudium 2020

MFT fordert Klärung der Finanzierung

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) fordert eine Klarstellung, wie die Maßnahmen des angekündigten Masterplans Medizinstudium 2020 finanziert werden soll. Bislang ist nur bekannt, dass sich Bund und Länder auf einen Konsens geeinigt haben sollen, einzelne Maßnahmen betreffen die Quartalisierung des Praktischen Jahres (PJ) mit einem ambulanten PJ-Pflichtabschnitt, die Einführung einer verpflichten M3-Prüfung in Allgemeinmedizin sowie die Möglichkeit für die Länder, bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze für Bewerber vorzuhalten, die sich verpflichten, nach dem Studium und Facharztweiterbildung als Hausarzt in ländlichen Regionen tätig zu werden (sogenannte Landarztquote). Der offenbar noch weitergehende Maßnahmenkatalog soll jedoch auch mit vorhandenen Mitteln finanziert werden.

Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, warnt vor den Folgen einer kostenneutralen Umsetzung auf dem Rücken der Medizinischen Fakultäten: „Wir begrüßen die geplante Reform des Medizinstudiums, sehen den Bund und die Länder hier aber ganz klar in der Verantwortung, eine gesicherte Finanzierung für die Umsetzung des sehr umfangreichen Maßnahmenkatalogs sicherzustellen. Erzwungene Sparmaßnahmen innerhalb der Fakultäten werden die Qualität der Lehre deutlich verschlechtern und so die Ziele des Masterplans konterkarieren.“

So rechnet der MFT allein für die Einführung des ambulanten PJ-Pflichtquartals mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 30 bis 40 Millionen Euro jährlich. Dies erfordere „eine massive Erhöhung der Anzahl qualitätsgesicherter Lehrpraxen“ und führe bei den Fakultäten zu erheblichen Mehrkosten, erläutert MFT-Generalsekretär Frank Wissing. So trieben beispielsweise die Aufwandsentschädigungen für Studierende und Lehrpraxeninhaber in die Höhe. Auch neue Lehr- und Prüfungsformate würden einen drastischen Mehraufwand und kapazitätsrechtliche Auswirkungen nach sich ziehen, ist sich der MFT sicher. Die erfolgreiche Umsetzung des Masterplans könne daher nur mit einem belastbaren Finanzierungskonzept und der „inhaltlichen Einbeziehung“ aller Verantwortlichen gelingen. (stp)

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