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23.07.2019 // Ärztekammer

Sechs-Punkte-Katalog für mehr Organspenden beschlossen

Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg hat Staat und Gesellschaft dazu aufgerufen, Spendebereitschaft und Transplantation von Organen zu fördern. Die Delegierten haben dazu einen Sechs-Punkte-Plan erstellt. Die Maßnahmen im Einzelnen:

- Im Mittelpunkt muss eine breit angelegte und kontinuierliche Informationskampagne für die Bevölkerung über alle Aspekte der Organspende stehen. Zur Aufklärung über die Organspende wird auch die Aufnahme der Gesundheitskompetenz in die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen befürwortet.

- Umfangreiche organisatorische und logistische Maßnahmen in den Entnahmekrankenhäusern, um einen Verlust von potenziellen Spenderorganen auszuschließen. Dazu gehört auch, dass den Entnahmekrankenhäusern bei realisierter Organspende alle Kosten für intensivmedizinische Betreuung und Organentnahme voll und unbürokratisch erstattet werden.

- Krankenhäuser, vor allem Kliniken ohne Neurochirurgie, sind für potenzielle Organspenden besser auszustatten als bisher und entstehende Kosten bei realisierter Organspende voll zu erstatten.

- Die Zusatzweiterbildung „Transplantationsmedizin“ in die baden-württembergische Weiterbildungsordnung aufnehmen und das Curriculum „Transplantationsbeauftragter Arzt“ der Bundesärztekammer stärker bewerben.

- Den Transplantationsbeauftragten kommt eine ganz entscheidende Rolle im Prozess der Spender-Detektion und ihrer Realisation zu; ihr Knowhow und ihr persönliches Engagement sind durch nichts zu ersetzen. Sie müssen an allen Krankenhäusern eingesetzt und für diese Aufgaben von Routinetätigkeiten freigestellt werden.

- In Arztpraxen und Krankenhaus-Ambulanzen müssen umfassende Informationen über die Organspende vorgehalten werden. Zu jeder Beratung über eine Patientenverfügung gehört auch eine Aufklärung über die Organspende; dies muss fester Bestandteil der medizinischen Versorgung im hausärztlichen Bereich sein. Es ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass der Ausschluss von intensivmedizinischen Maßnahmen in der Patientenverfügung in der Regel eine Organspende unmöglich macht.