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Presse

26.10.2017 // Notdienst sicherstellen - aber wie?

Wir brauchen kluge Konzepte und gesunden Menschenverstand

Bei einer Veranstaltung der Landesgesundheitskonferenz in Berlin kamen Zweifel daran auf, ob die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) die Sicherstellung des vertragsärztlichen Notdienstes tatsächlich leisten könne. Schon winkt von Kassenseite der Prügel Honorarkürzungen. Ohne bestehende Schwierigkeiten kleinreden zu wollen, ist aus Sicht des Landesverbandes Berlin des Hartmannbundes die Kritik allein an der KV Berlin zu kurz gedacht:

„Was wir brauchen, sind gemeinsame Lösungsstrategien, kluge Konzepte, aber auch gesunden Menschenverstand“, so der Landesvorsitzende und Klinikchefarzt, Priv.-Doz. Dr. Uwe Torsten. „Die Anbindung der Notfallpraxen dort, wo die meisten Notfallpatienten eintreffen, nämlich an den Krankenhäusern der Schwerpunkt- bzw. Maximalversorgung, ist ein guter Weg. Diese sollen von Krankenhäusern und KV gemeinsam betriebene Praxen sein, die Triagierung muss in der Hand der Niedergelassenen liegen. Wichtig ist außerdem der sinnvolle Einsatz IT-gestützter Systeme für eine bessere Vernetzung der geöffneten Praxen und Kliniken sowie die bessere Bekanntmachung der Notfallnummern für den Notdienst der KV im öffentlichen Raum.“

Wichtig sei auch, dass Patienten zunehmend besser in die Lage versetzt werden zu erkennen, wer für sie die richtige Anlaufstelle sei und wie dringend ihre akute Behandlungsbedürftigkeit tatsächlich ist. „An dieser Stelle braucht es offensichtlich mehr Informationen und Hilfestellung für den medizinischen Laien,“ erläutert Torsten. Auch wenn dies sicherlich erst mittelfristig zum Erfolg führen könne, müsse vor allem an diesem Ansatz gearbeitet und Hilfestellung gegeben werden. Wichtig sei in diesem Kontext deutlich zu machen, dass es sich um ein solidarisches System handele und dass jeder sich darin verantwortlich im Interesse der Versichertengemeinschaft bewegen müsse.