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Presse

29.09.2017 // Regierungspläne für Personaluntergrenzen

Lesinski-Schiedat: Auch ärztliches Personal muss bedacht werden

Auf die Ankündigung von Ministerpräsident Stephan Weil, sich für ausreichende Personaluntergrenzen in Krankenhäusern einsetzen zu wollen, hat die Landesvorsitzende des Hartmannbundes in Niedersachsen, Frau Prof. Dr. Lesinski-Schiedat, verhalten reagiert. Grundsätzlich sei dies zwar ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings hätten vor allem auch die unzureichenden Investitionen des Landes im Krankenhaussektor in den letzten Jahren zu einer Verschärfung der Personalsituation beigetragen. Abgesehen davon, so Lesinski-Schiedat weiter, hätten sich Bund und Länder bereits im Juni dieses Jahres auf entsprechende Pläne zur Festlegung von Untergrenzen für Pflegepersonal in Krankenhäusern geeinigt.

Für die HB-Landesvorsitzende besonders wichtig: „Eine Verpflichtung auf Personaluntergrenzen ist am Ende nur sinnvoll, wenn auch ärztliches und pflegerisches Personal gleichermaßen einbezogen wird.“

Die diesjährige Umfrage des Hartmannbunds unter knapp 1.300 Assistenzärztinnen und Assistenzärzte hat massive Missstände im Bereich der Arbeitsbedingungen an deutschen Kliniken aufgezeigt, die maßgeblich auf den hohen Personalmangel zurückzuführen sind.

Ein weiterer Kritikpunkt aus Sicht von Lesinski-Schiedat ist die Investitionspolitik der Landesregierung im Krankenhaussektor. Schlechte Arbeitsbedingungen, wie eine mangelhafte bauliche Infrastruktur und eine unzureichende Ausstattung tragen in hohem Maße zur aktuellen Personalsituation bei. Wenn die Investitionskosten jährlich nicht in vollem Umfang durch die Landesregierung getragen werden, sind die Kliniken gezwungen, diese Kosten aus Mitteln der laufenden Betriebskosten auszugleichen. Und dies geschieht bekanntermaßen oft zu Lasten des Personals. Hier hätte die Landesregierung ausreichend und frühzeitig Gelegenheit gehabt, die Personalentwicklung in den Kliniken im ärztlichen wie auch pflegerischen Bereich positiv zu beeinflussen.