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06.06.2017 // Ärztemangel

Ärztenetze, Kliniken und Weiterbildungsverbünde werben um Nachwuchs

Mit Internetportalen und Werbeveranstaltungen geht die Ärzteschaft in den ländlichen Regionen Sachsens auf die Suche nach Nachwuchs. Ein Beispiel ist das Ärzte-Netz Ostsachsen, das mit einer Imagekampagne den Nachwuchs aus der Region frühzeitig für eine Rückkehr in die Oberlausitz nach dem Studium begeistern will. Dazu gehört auch eine Aufklärung über die Fördermöglichkeiten des Freistaates und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die umfassen nicht nur die Kooperation mit der Universität im ungarischen Pécs, die es in Deutschland abgelehnten Bewerbern für ein Medizinstudium ermöglicht, doch noch Arzt zu werden, sondern auch die Stipendienprogramme der KVen und des Landes Sachsen sowie diverser Kliniken in der Region, zum Beispiel des Fachkrankenhauses Bethanien Hochweitzschen. Das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie gewährt Medizinstudierenden zwölf Semester lang ein monatliches Darlehen in Höhe von 300 Euro, das nicht zurückgezahlt werden werden muss, wenn sie nach dem Studium fünf Jahre als Assistenzarzt im Fachkrankenhaus arbeiten.

Nach dem Medizinstudium greift dann die Förderung der Weiterbildung durch die KV für die Allgemeinmedizin und grundversorgende Gebiete sowie die Unterstützung durch Weiterbildungsverbünde. Dazu gehört auch der neue Verbund für angehende Hausärzte des Projekts „Ärzte fürs Vogtland“. Dahinter steht der Vogtlandkreis, der mit dem Projekt bereits seit einigen Jahren die regionalen Akteure der Gesundheitsversorgung mit Maßnahmen zur Gewinnung von Ärzten bündelt. Um die hausärztliche Versorgung der Bevölkerung im Vogtlandkreis zu erhalten, unterstützt das Projekt die Nachwuchsgewinnung schon im Medizinstudium. Es vermittelt an Interessierte Praktika, Blockpraktika, Famulaturen und Pflichttertiale in der Region – und fördert Praktika und Famulaturen monatlich mit 250 bis 300 Euro.

Zum neuen Weiterbildungsverbund haben sich derzeit neun niedergelassene Hausärzte und das Klinikum Obergöltzsch Rodewisch zusammengeschlossen. Sich zum Facharzt für Allgemeinmedizin weiterbildende Ärztinnen und Ärzten erhalten damit nicht nur eine Weiterbildung aus einer Hand mit zentralen Ansprechpartnern, sondern auch familienfreundliche Arbeitszeiten und variable Weiterbildungsabschnitte in Praxis und Klinik. Nach erfolgreich bestandener Facharztprüfung steht der Verbund den jungen Hausärzten auch für die Niederlassung organisatorisch und beratend zur Seite. (stp)

KV-Portal „Ärzte für Sachsen“

Portal „Ärzte für Ostsachsen“

Weiterbildungsverbund für Hausärzte des Projektes „Ärzte für das Vogtland“