pageUp
  

Presse

18.07.2014 // Mitgliederversammlung der Ersatzkassen

Lipp: Ich sehe Gruppen von Hochbetagten zur Blutdruckkontrolle im Krankenhaus warten

Mit Blick auf das Versorgungsstrukturgesetz II und vor dem Hintergrund eines wachsenden Anteils Hochbetagter in der Bevölkerung plakatiert der Verbandschef der Ersatzkassen, Christian Zahn, auf der vdek-Mitgliederversammlung eine verbesserte regionale medizinische Versorgung durch die Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante Grundversorgung.

„Derart pauschalisierte Lösungsansätze sind weder sachgerecht noch zielführend und einer Verbesserung der regional anstehenden Versorgungsschwierigkeiten wird man allein damit nicht näher kommen“, so der Hartmannbund-Chef Sachsens und Leipziger Allgemeinmediziner Dr. Thomas Lipp.

„Die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern leidet schon jetzt unter dem Mangel an qualifiziertem ärztlichem Personal, insbesondere im Segment des gut qualifizierten fachlichen Mittelbaus. Statt gut ausgebildeter Stationsärzte werden in Folge des Mangels Assistenten und Ärzte in Weiterbildung selbst in hochspezialisierten Abteilungen als Fachkräfte eingesetzt“, informiert Lipp und weist außerdem darauf hin, dass in der Regelarbeitszeit bereits jetzt kaum ein Arzt sein Pensum schaffe. Die Arbeitsverdichtung im Krankenhaus sei enorm, wie könnten in dieser Situation die Kollegen am Krankenhaus die ambulante Grundversorgung übernehmen?

Statt einseitiger und pauschalisierender Meinungsäußerungen wünscht sich Lipp von Seiten der Ersatzkassen einen ehrlichen und lösungsorientierteren Dialog mit Politikern, Patienten und Ärzten. Zahn empfiehlt er darüber hinaus einen Blick auf die Homepage des Netzwerkes „Ärzte für Sachsen“ (www.aerzte-fuer-sachsen.de). Denn wer sich ernsthaft um Lösungen für die regionale medizinische Versorgung bemüht, erkenne schnell, dass nur ein vielschichtiger modularer Ansatz – selbstverständlich – unter Einbeziehung aller Versorgungsebenen und Akteure der medizinischen Versorgung in einer Region den gewünschten Erfolg bringen kann.

Derartige Anmerkungen scheinen nur dem Zweck dienen zu sollen, beide Sektoren gegeneinander aufzubringen und Animositäten zu schüren. Insoweit lassen sich aber die Kolleginnen und Kollegen aller Sektoren nicht mehr gegeneinander ausspielen, ist sich Lipp sicher.