pageUp
  

Presse

07.10.2015 // Hartmannbund Sachsen fordert Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Medizinische Versorgung Asylsuchender: Versäumnisse der letzten Jahre aufholen!

„Mit einem starken Öffentlichen Gesundheitsdienst sind wir in der Lage, den besonderen medizinischen Herausforderungen durch den anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu begegnen und eine gute medizinische Erstversorgung dieser Patienten auch zum Wohle der Gesamtbevölkerung zu gewährleisten“, erklärte der Leipziger Allgemeinmediziner Dr. Thomas Lipp, Vorsitzender des Hartmannbundes Sachsen heute in Leipzig. Als dritte Säule neben dem ambulanten und stationären Sektor komme dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) grundsätzlich und gerade jetzt eine Schlüsselfunktion im Bereich der Bevölkerungsmedizin zu.

„Die Aufgaben des ÖGD umfassen neben dem Gesundheits- und vor allem Infektionsschutz sowie epidemiologischen Aufgaben gerade auch die Prävention mittels Impfungen, insbesondere für Menschen, welche sich in besonderen Problemlagen befinden und gerade deshalb keinen ausreichenden Zugang zum System der gesundheitlichen Versorgung haben bzw. hatten“, führt Lipp weiter aus. Schon seit langem fordere der Hartmannbund die Träger des ÖGD in Bund, Ländern und Kommunen auf, die Funktionsfähigkeit des ÖGD nachhaltig zu stärken und für eine ausreichende Finanzierung und Personalausstattung zu sorgen, und damit an heute veränderte Anforderungen einer mobilen und global vernetzten Welt anzupassen. Dazu gehöre, neben einer Aufwertung des Faches „Öffentliches Gesundheitswesen“ in der medizinischen Ausbildung und im öffentlichen Bewusstsein auch eine angemessene Bezahlung der im ÖGD tätigen Ärztinnen und Ärzte analog der Vergütung im Krankenhaus. Nur so könne dem eklatanten Personalmangel begegnet und der Gesundheitsschutz der Bevölkerung auf Dauer gewährleistet werden. Angesichts der sich in der derzeitigen Situation abzeichnenden Herausforderungen zeigt sich die Sinnhaftigkeit der Forderungen des Hartmannbundes, dass die Leitung der Gesundheitsämter nur durch Ärztinnen und Ärzte adäquat erfolgen kann.