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Presse

16.06.2017 // Hartmannbund Landesverband Sachsen

Offene einheitliche Schnittstellen: Meilenstein für die medizinische Versorgung 4.0

Der Bundestag hat mit der Verabschiedung des „Gesetzes zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten“ eine wichtige Änderung des Paragraphen 291 d SGB V beschlossen. Die Neufassung sieht vor, dass künftig Anbieter von Praxisverwaltung-Systemen verpflichtet werden, innerhalb einer bestimmten Frist offene und standardisierte Schnittstellen zu schaffen.„Was zunächst wie eine Bagatelle klingen mag, ist aus meiner Sicht ein wichtiger und längst überfälliger Schritt zu einer echten anwendungsbezogenen Weiterentwicklung der digitalen Arbeit im ärztlichen Alltag“, begrüßt der Leipziger Allgemeinmediziner und Vorsitzende des Hartmannbund Landesverbandes Sachsen, Dr. Thomas Lipp, den Gesetzesentwurf. Mittels solcher offener standardisierter Schnittstellen werde es möglich, Softwareanpassungen, die etwa durch gesetzliche Änderungen erforderlich sind, systemunabhängig in die Praxissoftware zu integrieren. Die dadurch deutlich erleichterte technische Umsetzung von Datentransfers werde die Qualität in der Versorgung verbessern und die längst überfällige Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Die Interoperabilität sichere daneben die Unabhängigkeit der niedergelassenen Ärzte und Krankenhäuser vor dem oft entwicklungshemmenden und protektionistischen Marktagieren dominierender Softwareanbieter durch die jetzt geschaffene Möglichkeit der Einbindung von Konkurrenzprodukten, ggf. auch aus den Reihen der Selbstverwaltung.  Der Hartmannbund Sachsen hatte zuletzt im Februar im Rahmen des in Krafttreten des „Heilmittel-Update“ den Gesetzgeber aufgefordert, hier für entsprechende Regelungen zu sorgen und den Ärzten den Rücken zu stärken.