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26.07.2017 // Upcoding-Vorwürfe

Berichte: AOK-Mitarbeiter suchen unangemeldet Praxen auf

Krankenkassen haben Medienberichten zufolge Mitarbeiter in Arztpraxen geschickt, um die Codierung bestimmter Patienten zu "überprüfen". Beim Hamburger Abendblatt haben sich demnach mehrere niedergelassene Ärzte aus Hamburg und Schleswig-Holstein gemeldet und drei Krankenkassen belastet, darunter die AOK Nordwest. Die AOK-Mitarbeiter seien ohne Anmeldung in ihre Praxen gekommen und hätten zum Teil nicht mit den Ärzten sondern nur mit den Praxismitarbeitern gesprochen. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, dass die AOK zum Beispiel nahelegt, aus Alkoholkranken schwer Abhängige mit weiteren Störungen zu machen; aus Menschen, die Schmerzmittel bekamen, chronische Schmerzpatienten", heißt es in dem Blatt, das sich seinerseits auf ein Hinweisblatt der AOK beruft und daraus auch zitiert. So werde darin gefragt, ob die chronische Diagnose dauerhaft codiert werden könne, gefolgt von einer möglichen Abrechnungsdiagnose. Jeder Fall sollte "einzeln individuell" geprüft werden, zudem finde sich auf dem Blatt der Hinweis "Streng vertraulich". Die Staatsanwaltschaft Hamburg habe inzwischen offizielle Ermittlungen aufgenommen, unterstützt von einem Experten für Betrug im Gesundheitswesen aus dem Landeskriminalamt. (stp)