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Pressemitteilungen

14.01.2013 // Beispiel Organspendeskandal

Reinhardt: Mangelhafte Anreizsysteme im Gesundheitswesen begünstigen fatale Fehlentwicklungen

Im Zusammenhang mit den Skandalen um manipulierte Organspende-Listen hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, alle Beteiligten noch einmal zu einer umfassenden Aufarbeitung der Ursachen aufgerufen. Bei aller  Notwendigkeit, aufgedeckte Verfehlungen einzelner Ärzte und Kliniken zu bestrafen und Licht in das Dunkel möglicher weiterer Vorfälle zu bringen, müsse gleichzeitig über die Auslöser dieser Missstände gesprochen werden. Die kriminelle Energie Einzelner dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch das System Schwächen habe, die solche Vorgänge begünstigten oder gar provozierten, ohne dass dies hierdurch entschuldbar sei.

Reinhardt: „Klinikträger und die Politik müssen in diesem Zusammenhang alles daran setzen, dass falsch verstandener Wettbewerb nicht als ordnungspolitisches Prinzip im Gesundheitswesen Raum greift." Dazu brauche es differenzierte und intelligente Anreizsysteme für Ärzte, die auf Qualität statt auf Menge setzen, und ein System der Finanzierung der im Krankenhaus erbrachten Leistungen, das weniger Verwerfungen produziert, als das DRG-System. "In allererster Linie liegt jeder Ärztin und jedem Arzt das Patientenwohl am Herzen. Nicht zuletzt auch das Vertrauen der Patienten in ihren Arzt wird durch derartige Vorwürfe aber nachhaltig beschädigt. Den ökonomischen Druck des Gesundheitssystems können und wollen wir Ärzte nicht allein abfangen", so Reinhardt abschließend.

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