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Pressemitteilungen

20.03.2013 // Kritik an Rolle der Gesetzlichen Krankenkassen

Reinhardt: Prävention muss stärker das Individuum in den Mittelpunkt stellen

Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen über das von der Regierung vorgelegte Präventionsgesetz hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, wenige Tage vor der entscheidenden Beratung im Bundesrat die Rolle der Gesetzlichen Krankenkassen kritisiert. "Man kann vielleicht darüber streiten, ob das vorgelegte Gesetz ein großer Wurf ist oder nicht. Viel entscheidender ist aber, dass die Gesetzlichen Krankenkassen beim Thema Prävention in Teilen noch immer mehr an Marketing als an die Gesundheitsvorsorge ihrer Versicherten denken", sagte Reinhardt heute in Berlin.

Es seien in erster Linie die Kassen, die es in der Hand hätten, Prävention zu einem Instrument intelligenter und differenzierter Gesundheitsvorsorge zu machen, so Reinhardt. Stattdessen wirkten viele Präventionsprogramme noch immer wie ein attraktives Freizeitangebot, das zwar geeignet sei, die Kasse als interessanten Versicherungspartner zu präsentieren, dessen wirkliche vorbeugende Wirkung allerdings durchaus fragwürdig sei. Auch im Bereich der Früherkennungsdiagnostik sei manches Programm wenigstens zu hinterfragen, gäbe es hier bisher nur wenige wirklich verwendbare wissenschaftliche Daten. Reinhardt: "So müssten wir uns zum Beispiel auch einmal der Frage widmen, ob Prävention mit der Gießkanne durch Reihenuntersuchungen und Bonushefte nicht in Teilen oberflächliche Kosmetik ist, an deren Stelle individuelle Beratung - angepasst an die persönlichen Lebensverhältnisse - notwendiger und sinnvoller wäre." Dies könne niemand besser als der Arzt, der seinen Patienten seit Jahren betreue.

Darüber hinaus sei die Gesunderhaltung ein Thema, bei dem auch Betriebe, Schulen und andere gesellschaftliche Einrichtungen in Kooperation mit Ärzten gefragt seien. Hier setze der Gesetzentwurf an der richtigen Stelle an. So könnten auch jene erreicht werden, die sonst nicht präventiv zum Arzt gingen. In diesem Zusammenhang seien - durchaus auch jenseits der von den Gesetzlichen Krankenkassen erbrachten Leistungen - staatlich geförderte infrastrukturelle Maßnahmen denkbar. "Im Sinne von mehr Eigenverantwortung dürfen wir dann auch über eine wirtschaftliche Einbeziehung von Patienten und Versicherten sprechen – auch durch die Schaffung sinnvoller Boni für einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit."

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