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Pressemitteilungen

20.01.2012 // Öffentlichem Gesundheitsdienst gehen die Ärzte aus

Rinkel: Ohne Gegensteuerung droht der Kollaps

Der stellvertretende Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Rinkel, hat eindringlich davor gewarnt, im Schatten von Klinik-Tarifverhandlungen und Debatten über Landarztmangel die Situation des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) aus dem Auge zu verlieren. „Hier spitzt sich die Lage mittlerweile dramatisch zu, der ÖGD blutet aus und wir brauchen gar nicht auf die nächste Epidemie zu warten, um dafür knallharte Belege zu erhalten“, sagte Rinkel. Ohne entsprechende Gegensteuerung sei der Kollaps vorprogrammiert. Schon heute könnten Facharztstellen für die Fachgebiete Kinder – und Jugendheilkunde, Psychiatrie, Tuberkulose und Radiologie nicht besetzt werden. Mindestens 150 erforderliche Planstellen seien bundesweit unbesetzt. Rinkel: „Folge ist, dass der ÖDG ureigenste Aufgaben wie etwa Einschulungs- oder Schulentlassungsuntersuchungen nur noch lückenhaft bewältigen kann – ganz zu schweigen von der Umsetzung präventiver oder sozialpolitischer Zielsetzungen“.

Die Ursache dieser Entwicklung sieht Rinkel nicht nur im allgemeinen Ärztemangel, sondern vor allem auch in der zunehmenden Auseinanderentwicklung der Gehaltssituation der Ärzte an Kliniken und beim ÖDG. Bis zu 1500 Euro weniger verdiene ein vergleichbar qualifizierter Kollege im Öffentlichen Gesundheitsdienst. „Hier sind die Tarifpartner akut gefordert, für eine Angleichung zu sorgen“, sagte Rinkel. Dies sei schon deshalb angemessen, weil sich die hohen Anforderungen an die fachliche Kompetenz nicht voneinander unterschieden. Erschwerend komme hinzu, dass den Ärztinnen und Ärzten beim ÖGD perspektivische Entwicklungsmöglichkeiten oft verbaut wären, da ein Aufstieg in Führungspositionen der Verwaltung fast unmöglich sei.

Rinkel: „Wir werden der Bedeutung  und der Leistung des Öffentlichen Gesundheitsdienst und der dort tätigen Kolleginnen und Kollegen im Übrigen auch nicht gerecht, wenn wir sie nur im Schlaglicht der nächsten medienträchtigen epidemischen Katastrophe betrachten. Der ÖGD  hat in der Betreuung der Schwachen in der Gesellschaft, der psychisch Kranken, der Behinderten oder auch dementen Patienten eine herausfordernde Daueraufgabe, der er auf Dauer nur dann noch gerecht werden kann, wenn Ärztinnen und Ärzten wieder berufliche und finanzielle Perspektiven eröffnet werden“. Es sei , so Rinkel, in diesem Sinne  „fünf   Minuten vor zwölf“, dass die Träger des ÖGD – seien es in der Verantwortung  Länder oder Gebietskörperschaften – endlich organisatorische Abläufe, finanzielle Voraussetzungen und Arbeitsbedingungen schafften, die für hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte wieder interessant seien.

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