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Pressemitteilungen

14.09.2011 // Klare Bedingungen für Akzeptanz geplanter Arzneimittelversorgung

Winn fordert den Erhalt der ärztlichen Therapiefreiheit und die Abschaffung von Regressen

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Hon.-Prof. Dr. Kuno Winn, hat eine Unterstützung der Ärzteschaft für das von den Regierungsparteien geplante Modellprojekt zur Arzneimittelversorgung von "unverhandelbaren Bedingungen" abhängig gemacht. "Wenn wir, wie im Modellvorhaben vorgesehen, künftig auf Grundlage einer von den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Apothekerverbänden und den Kassen vereinbarten Wirkstoffliste Arzneimittel verschreiben sollen, dann können wir dies nur dann akzeptieren, wenn die ärztliche Therapiefreiheit dabei erhalten bleibt", sagte Winn. Dies bedeute, dass in begründeten Einzelfällen auch von der vorgeschlagenen Medikationsliste abgewichen werden könne. Unabhängig davon müsse vor dem Hintergrund der Regierungspläne durch den Gesetzgeber endlich klargestellt werden, in welchem Umfang der Arzt für Nebenwirkungen des vom Apotheker ausgegebenen Medikaments haftbar gemacht werden kann.

Winn verwahrte sich gegen die in Aussicht gestellte Teilausschüttung von durch die neue Regelung erzielten Einsparungen an die Ärzteschaft. "Dazu brauchen wir keine Belehrungen von den Krankenkassen, sondern wir wehren uns selber aus gutem Grund seit Jahren gegen jede Form von Bonus- und Malus-Regelungen, bei denen der Patient das Gefühl gewinnen könnte, wir würden in unserem Verschreibungsverhalten durch geldwerte Vor- oder Nachteile beeinflusst“, so Winn. Dieser für das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis so wichtige Grundsatz dürfe auch durch eine – sicher gut gemeinte – Regelung im neuen Gesetz nicht durchbrochen werden. Stattdessen sei es an der Zeit, endlich die Abschaffung von Regressen im Versorgungsgesetz zu verankern. Ungerechtfertigte Strafzahlungen für Ärzte, die ihre Patientinnen und Patienten nach bestem Wissen und Gewissen versorgten, müssten endgültig aus der deutschen Gesundheitspolitik verschwinden. Nur unter der Voraussetzung, dass auf diese Weise die Therapiefreiheit gewahrt bleibe, werde man sich seitens der Ärzteschaft neuen Modellen für die Arzneimittelversorgung öffnen.

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