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Pressemitteilungen

03.08.2011 // Kritik an Vorschlägen aus CDU und CSU zum GKV-VSG

Winn: Geplante Maßnahmen zur Bekämpfung von Ärztemangel dürfen intakte Versorgungsstrukturen nicht gefährden!

Anlässlich der heutigen Verabschiedung des Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VSG) im Bundeskabinett hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Hon.-Prof. Dr. Kuno Winn, eindringlich an die Regierungsfraktionen appelliert, im nun bevorstehenden parlamentarischen Verfahren die positiven Kernelemente des Gesetzesvorhabens nicht zu untergraben und damit in Frage zu stellen.

Winn: „Erstmals erkennt die Politik faktisch Ärztemangel in Deutschland als Problem an und bietet Lösungsansätze. Das ist ein nahezu historischer Durchbruch.“ Dieser dürfe nicht dadurch konterkariert werden, dass man nun bei der Union darüber diskutiere, notwendige und sinnvolle Anreizsysteme für Ärztinnen und Ärzte in unterversorgten Regionen über Abzüge bei denjenigen Kolleginnen und Kollegen zu finanzieren, die an anderer Stelle die Versorgung (noch!) gewährleisten. „Es ist geradezu absurd, für eine bessere medizinische Versorgung in strukturschwachen Gebieten dort neue Lücken aufreißen zu wollen, wo die Versorgungsstrukturen bisher noch intakt sind und der Bedarf nach ärztlichen Leistungen ungebrochen besteht“, sagte Winn. Wer – wie jetzt die Herren Straubinger und Spahn – so argumentiere, der habe am Ende das Problem noch immer nicht erkannt. Stattdessen erwarte er, so Winn, endlich ein klares Bekenntnis, dass insgesamt mehr Ärzte in Deutschland benötigt würden, um die medizinische Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung dauerhaft zu sichern.

Im Zusammenhang mit der im Gesetzentwurf vorgesehenen „ambulanten spezialärztlichen Versorgung“, die eine Lockerung der Sektorengrenzen bei der Behandlung bestimmter Krankheitsbilder vorsieht, forderte Winn Augenmaß bei der konkreten Umsetzung: „Wir müssen sehr aufpassen, dass hier nicht ein im Kern positiver Ansatz einen Wettbewerb zwischen den Sektoren initiiert, der am Ende Strukturen zerschlägt, die gerade in der Fläche für eine wohnortnahe Versorgung unverzichtbar sind.“ Der Hartmannbund werde im Herbst diese Thematik wegen ihrer nachhaltigen Bedeutung in den Mittelpunkt seiner Hauptversammlung rücken.

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