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Pressemitteilungen

30.05.2011 // Kritik an Krankenkassen-Angeboten zur ärztlichen Zweitmeinung

Winn: Krankenkassen dürfen nicht in das Therapiegeschehen ihrer Versicherten eingreifen!

Das offensichtliche Bestreben einiger Gesetzlicher Krankenkassen, durch sogenannte „ärztliche Zweitmeinungen“ unmittelbar in das Therapiegeschehen ihrer Versicherten einzugreifen, hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Hon.-Prof. Dr. Kuno Winn kritisiert. „Ein Mediziner an der Krankenkassen-Hotline darf und kann nicht beurteilen, ob eine vom behandelnden Arzt für seinen Patienten vorgesehene Therapie sinnvoll und richtig oder falsch ist“, stellte Winn unmissverständlich klar. Er reagierte damit auf die immer offensiver angelegten Angebote vieler Krankenkassen an ihre Versicherten, sich vor der von ihrem Arzt geplanten Behandlung von einem bei der Kasse beschäftigen Arzt eine medizinische „Zweitmeinung“ zu beschaffen.

Der Hartmannbund-Vorsitzende wies darauf hin, dass mögliche Fernbehandlungen gegen die Berufsordnung für Ärzte verstoßen. Diese sehe – ebenso wie im Übrigen die Rechtsprechung des BGH – ausdrücklich vor, dass therapeutische Aspekte nur nach eigener und unmittelbarer Anschauung des Patienten beurteilt werden dürften. „Die Vorgehensweise einiger Kassen ist aber auch unabhängig von diesem rechtlichen Aspekt geeignet, Patienten zu verunsichern und das unabdingbare Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt nachhaltig in Frage zu stellen“, sagte Winn. Nicht zuletzt, um dieses Vertrauensverhältnis zu be-wahren, hätten sich Ärzte immer wieder dagegen gewehrt, dass durch Bonus- oder Malus-Regelungen wirtschaftliche Gesichtspunkte Einfluss auf Therapieentscheidungen gewinnen könnten. „Wer sagt uns denn, dass hinter den Ratschlägen der Krankenkassen nicht irgendwann auch einmal wirtschaftliche Interessen stehen und es dadurch zu Leistungseinschränkungen für die Versicherten kommt“, warnte Winn.

In diesem Sinne sollten die Kassen ihre Beratungstätigkeit auf formale Fragen – zum Beispiel im Zusammenhang mit der Erstattungsfähigkeit von Leistungen oder Ähnlichem – beschränken. Dass dies – entgegen der einen oder anderen Beteuerung – längst nicht mehr der Fall sei, belegten die Krankenkassen auf ihren Webseiten höchst selbst. Formulierungen wie „ergänzende oder alternative Therapievorschläge“ oder „durch eine noch bessere Aufklärung bedarfsgerechte Entscheidung zur Behandlung“, so Winn, sprächen eine eindeutige Sprache.

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