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Rechtsprechung

03.04.2014 // SG Koblenz

Apotheker darf bei gekreuztem Aut-idem nicht austauschen

Apotheker dürfen an Patienten keine Austauschpräparate abgeben, wenn der Arzt auf dem Rezept Aut-idem gekreuzt hat. Das gilt einem Urteil des Sozialgerichts Koblenz (Az. S 13 KR 379/13) zufolge auch für den Austausch zwischen Original- und Importpräparaten. Hier kam es bislang zu unterschiedlichen Interpretationen der gesetzlichen Regelungen. Trotz Aut-idem-Kreuzes war ein Austausch zwischen Import und Original möglich und bei Vorliegen eines Rabattvertrages sogar sozialrechtlich zwingend.

Die Richter entschieden jedoch, dass ein Apotheker nicht zur Abgabe eines rabattbegünstigten Originalpräparats verpflichtet ist, wenn das vom Arzt verordnete Importarzneimittel mit einem Aut-idem-Kreuz sowie Angaben zum Hersteller sowie der Pharmazentralnummer versehen ist. Konkret heißt das: Was der Arzt bewusst mit einem Kreuz verordnet, muss in der Apotheke auch abgegeben werden, und zwar auch dann, wenn das Original oder ein anderer Import in der Software als Rabattarznei hinterlegt ist.

Voraussetzung ist, dass aus der Verordnung des Arztes klar hervorgeht, welches Mittel abzugeben ist. Dazu reicht die eindeutige Bezeichnung des Handelsnamens und des Herstellers beziehungsweise des Importeurs. Für den Fall, dass das verordnete Mittel nicht lieferbar ist, kann die Apotheke eine gesonderte Pharmazentralnummer für Nichtverfügbarkeit auf das Rezept auftragen, muss aber wegen des Aut-idem-Kreuzes Rücksprache mit dem Arzt halten. Dieser kann die alte Verordnung dann mit Angabe von Datum und Unterschrift entsprechend ändern.

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