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Rechtsprechung

13.03.2014 // Aufklärungspflicht

BGH glaubt Ärzten eher als Patienten

Schlüssige Darstellungen von Ärzten sind glaubhafter als die Erinnerung ihrer Patienten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Rechtsstreit entschieden, der die Inhalte eines Aufklärungsgesprächs verhandelte (Az.: VI ZR 143/13). Voraussetzung dafür sei allerdings der Nachweis, dass überhaupt ein gewissenhaftes Aufklärungsgespräch stattgefunden habe.

Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass es angesichts der Vielzahl von durchzuführenden Aufklärungsgesprächen „unbillig“ sei, Ärzten zuzumuten, sich im Detail an die Gesprächsinhalte zu erinnern. Es reiche vielmehr aus, dass ein Nachweis darüber erfolgt, dass in vergleichbaren Fällen bestimmte Aufklärungsaspekte routinemäßig Bestandteil der Aufklärung seien. Zudem gebe es seitens der Patienten vielerlei nachvollziehbare Gründe, warum sich diese im Nachhinein nicht detailgetreu an konkrete Aufklärungsinhalte erinnerten. Auch dürfe das Fehlen an sich nützlicher und aus Sicht des Gerichts dringend zu empfehlender schriftlicher Aufzeichnungen nicht generell zu einer Verneinung sämtlicher Beweismöglichkeiten des Arztes führen.

Nach einer Reihe von beweiserschwerenden Urteilen für Ärzte trägt dieses Leiturteil des BGH erheblich zur Erleichterung des Nachweises einer korrekten Patientenaufklärung bei. Eine lückenlose schriftliche Dokumentation von Aufklärungs- und Informationsgesprächen ist natürlich nach wie vor der beste Schutz vor Ansprüchen im Rahmen des Arzthaftungsrechts. (sha)

BGH, Az.: VI ZR 143/13

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