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Rechtsprechung

07.08.2013 // Leitender Arzt wegen Betrug und Korruption angeklagt

Vorzugsbehandlung gegen Bares

Ein ehemaliger leitender Arzt der Universitätskliniken des Saarlandes muss sich wegen des Vorwurfs der Korruption und des Betruges nun vor Gericht verantworten. Der 54-jährige Angeschuldigte soll in den Jahren 2006 bis 2010 in 21 Fällen von Patienten, die sich von ihm persönlich operieren lassen wollten, vierstellige Geldbeträge erhalten beziehungsweise verlangt haben, da er anderenfalls die Operationen nicht durchführen wollte. Den teilweise akut lebensbedrohlich erkrankten Patienten soll in Aussicht gestellt worden sein, ein früherer Operationstermin sei nur gegen Geldzahlungen möglich. Der verbeamtete Arzt ist Amtsträger im Sinne des Strafgesetzbuches, so dass die Vereinnahmung der Bargelbeträge in rechtlicher Hinsicht einen besonders schweren Fall der Bestechlichkeit darstellen würde.

Weiterhin wird dem Mediziner vorgeworfen, das Uniklinikum um über 20.000 Euro geschädigt zu haben. Er soll im Rahmen der Behandlung von Privatpatienten ein entsprechendes Entgelt in mehreren Fällen an das Uniklinikum nicht entrichtet haben. Hierzu war er aufgrund seines Vertrages aber verpflichtet, wenn die Behandlungen in der Uniklinik ausgeführt wurden.

Neben dem Arzt ist auch seine Sekretärin wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit angeklagt worden. Sie soll in die Abwicklung der Geldzahlungen im Rahmen der Operationsterminvergabe involviert gewesen sein, allerdings ohne selbst einen persönlichen finanziellen Vorteil erlangt zu haben.

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