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Rechtsprechung

17.03.2014 // BGH-Urteil zur Konsiliarbehandlung

Wer liquidiert, haftet

Ein Konsiliararzt haftet für Befunderhebungsfehler bei einer Krankenhausbehandlung nur dann, wenn er ein eigenes Vertragsverhältnis zum Patienten hat. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

Im verhandelten Fall wies das Gericht einem Neurologen, der konsiliarisch zu einer Untersuchung in einem Krankenhaus hinzugezogen worden war, einen Befunderhebungsfehler nach. Den Richtern zufolge habe der Arzt gewusst, dass weitere Untersuchungen notwendig waren, für die der Klinik aber die Geräte fehlten. Daher hätte er eine sofortige Verlegung veranlassen oder zumindest empfehlen müssen, was er jedoch unterließ. Die betroffene Patientin wurde erst nach späteren Untersuchungen verlegt und erlitt durch den Zeitverzug einen bleibenden Folgeschaden. Sie verklagte die Klinik und den Neurologen auf Schadenersatz.

Für den Befunderhebungsfehler hafte jedoch die Klinik, so die Richter, da der Konsiliararzt keine „(weitere) vertragliche Beziehung“ zu der Patientin hatte. Er sei hinzugezogen worden, weil die Ärzte der Klinik eine CT-Aufnahme nicht fachkundig befunden konnten. Der hinzugezogene Neurologe habe der Klinik demnach nur geholfen, ihre Versorgungspflicht zu erfüllen. Hat die Klinik den Konsiliararzt bezahlt, müsse sie sich dessen Fehler zurechnen lassen. Grundsätzlich gelte die Faustregel, "dass haftet, wer liquidiert". (stp)

Az.: VI ZR 78/13

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