pageUp
  
Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

08.10.2012 // Hartmannbund-Blitzumfrage zu neuer EU-Richtlinie

Mehr als 2.000 HB-Medizinstudierende gegen Euro-Pläne zur Verkürzung des Medizinstudiums

Mehr als 2.000 studentische Mitglieder des Hartmannbundes haben sich in einer 48-stündigen Blitzumfrage gegen die von der Europäischen Kommission angekündigte europaweite Verkürzung des Medizinstudiums von sechs auf fünf Jahre bei unveränderter Unterrichtszeit von 5.500 Stunden ausgesprochen. „Dieses Votum zeigt uns, dass die EU einen falschen Weg eingeschlagen hat“, kommentierte Kristian Otte, der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, die Umfrageergebnisse. „Wir werden es uns nicht gefallen lassen, dass in Brüssel realitätsferne Entscheidungen am Reißbrett getroffen werden, die uns später die Beine wegziehen und die hohe Qualität unserer ärztlichen Ausbildung in Deutschland gefährden“, unterstrich Otte die Entschlossenheit der HB-Medizinstudierenden, sich gegen die beabsichtigte Verkürzung der Regelstudienzeit in Stellung zu bringen.

Der Hartmannbund, der aktuell 25.000 Medizinstudierenden in Deutschland vertritt, hat sich in der Vergangenheit stets gegen Verdichtungen des Medizinstudiums ausgesprochen, die bei gleich bleibenden oder eher noch zunehmenden Studieninhalten die hohe Qualität der ärztlichen Ausbildung in Deutschland gefährden. „Eine Verkürzung auf fünf Jahre bei gleichbleibender Mindeststundenzahl würde unweigerlich zu einer weiteren Straffung des ohnehin schon sehr ambitioniert organisierten Stundenplans von Medizinstudierenden führen“, sagte Otte. Mit der letzten Änderung der Approbationsordnung im Mai 2012 seien sogar noch Lerninhalte aufgenommen worden –  und dies bei gleich bleibender Stundenzahl von 5.500 Stunden. Otte: „Dieses Pensum in fünf Jahren zu absolvieren, ist ausgeschlossen und würde eine fundierte Vorbereitung auf die ärztliche Tätigkeit unnötig erschweren.“

Nach Ablauf der Blitzumfrage am vergangenen Freitag hat der Ständige Ausschuss der Medizinstudierenden im Hartmannbund in einem ersten Schritt Stellung gegenüber dem verantwortlichen EU-Ausschuss bezogen und den Antrag gestellt, an der sechsjährigen ärztlichen Grundausbildung, die aktuell aus mindestens 5.500 Stunden theoretischen und praktischen Unterrichts besteht, festzuhalten. „Nach unseren Kenntnissen haben sich bisher nur wenige Mitgliedsländer gegen den EU-Vorschlag ausgesprochen. Wir hoffen, dass sich weitere Länder melden, denn wir dürfen nicht akzeptieren, dass Länder wie Irland, die sich für eine vierjährige Medizinausbildung aussprechen, das Zepter schwingen, während Deutschland, das mit Abstand die meisten Ärzte in Europa ausbildet, am Ende den Kürzeren zieht“, so Otte.

Sollte die EU von der angekündigten Verkürzung der Regelstudienzeit nicht abweichen, kündigte der Ausschuss der HB-Studierenden während seiner jährlichen Herbstsitzung, die am vergangenen Wochenende in Berlin stattgefunden hat, weitere Schritte an.