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Pressemitteilungen

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28.09.2011 // BMG legt Entwurf zur Änderung der Approbationsordnung vor

Otte begrüßt angestrebte PJ-Mobilität und Abschaffung des Hammerexamens, sieht aber noch Gesprächsbedarf

„Die politische Arbeit der Medizinstudierenden im Hartmannbund zahlt sich offenbar aus“, freute sich Kristian Otte, Vorsitzender des Ausschusses Medizinstudierende im Hartmannbund, über den gestern veröffentlichten Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte. „Unsere seit Jahren vertretenen Forderungen nach bundesweiter PJ-Mobilität und Abschaffung des Hammerexamens werden nun endlich Realität.“

Die schriftliche Abschlussprüfung soll den Plänen zufolge wieder vor dem abschließenden praktischen Teil der Ausbildung – dem PJ – abgelegt und das seit 2006 obligatorische sogenannte Hammerexamen damit abgeschafft werden. „Künftig werden die Studierenden wieder besser auf ihr PJ vorbereitet sein“, sagte Otte. „Die Zusammenlegung der theoretischen und praktischen Prüfungen war sachlich nicht nachvollziehbar.“

Zur im Referentenentwurf vorgesehenen Wahlfreiheit der PJ-Stellen erklärte er: „Wenn die Studierenden die Entscheidungshoheit darüber haben, wo sie ihr PJ absolvieren möchten, stärkt das den Wettbewerb und wird langfristig zu einer Verbesserung der Ausbildung führen.“ Otte verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Hartmannbund-Kliniknavigator, der es Medizinstudierenden und Ärzten gleichermaßen ermögliche, ihre Abteilungen zu bewerten und so für eine Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen an den Kliniken beizutragen. „Viele Studierende verlässt während des PJs oder der Weiterbildung der Mut, später kurativ tätig zu werden, denn die Arbeitsbedingungen sind in Zeiten des Ärztemangels nicht immer die besten“, so Otte. „Das beste Mittel gegen den drohenden künftigen Ärztemangel sind gut ausgebildete und vor allem motivierte Ärztinnen und Ärzte.“

Für die geplante Anhörung kündigte Otte jedoch auch deutliche Kritik an: „Ich vermisse nicht nur die Rücknahme der Verlängerung des Krankenpflegepraktikums von drei auf zwei Monate, sondern auch einheitlich definierte Inhalte für eine strukturierte Ausbildung, wie sie in der von uns erstellten und von diversen Pflegeeinrichtungen empfohlenen Checkliste Krankenpflegepraktikum vorgesehen ist.“ Das Krankenpflegepraktikum dürfe sich nicht in drei Monaten Hilfsarbeiten erschöpfen. Eine entsprechende Online-Petition beim Deutschen Bundestag unterstützen bereits mehr als 3.000 Unterzeichner. Auch sei nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum die krankenpflegerische Tätigkeit im Rahmen der Ausbildung zum Rettungsassistenten nicht auf das Krankenpflegepraktikum anrechenbar sein soll, bemängelte Otte. „Momentan ist dies nur im Einzelfall möglich, obwohl die Ausbildung zum Rettungsassistenten krankenpflegerische Tätigkeiten enthält.“ Er hoffe, dass sich das BMG in dieser Frage gesprächsbereit zeige.