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Sprecherinnen des Ausschusses „Ärztinnen“ im Hartmannbund: Dipl.-Ing. Dr. Sabine Wedekind, Anne Marie Schneider, Dr. Dr. Galina Fischer
Ausschuss "Ärztinnen im Hartmannbund"

Ausschuss "Ärztinnen im Hartmannbund"

Der Ausschuss „Ärztinnen“ im Hartmannbund hat es sich zum Ziel gesetzt, Berufsperspektiven für Ärztinnen zu verbessern und Karrierechancen zu fördern. Er fordert berufliche Rahmenbedingungen, die es Ärztinnen ermöglichen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen – vor allem intelligente Arbeitszeitmodelle, flexible Kinderbetreuungskonzepte und ganz neue Arbeits- und Führungsformen an Kliniken. Im Ausschuss „Ärztinnen“ haben sich sowohl junge und als auch erfahrene Kolleginnen organisiert, um die dringend nötigen Veränderungen anzustoßen. Das Gremium dient auch als Plattform und Netzwerk mit dem Ziel, Ärztinnen untereinander zu verbinden, auf ihrem Karriereweg zu stärken und Kolleginnen zum berufspolitischen Engagement zu motivieren.
 

Sprecherinnen

Geschäftsführung

Dr. Sabine Wedekind,
Angestellte Fachärztin für Innere Medizin
in der Niederlassung (Hamburg)

Petra Meiners, Hartmannbund (Berlin)

Sabine Eckhardt, Hartmannbund (Berlin)

Dr. Dr. Galina Fischer,
Ärztin in Weiterbildung (St. Gallen/CH)

Anne Marie Schneider, 
Ärztin in Weiterbildung (Dresden)

 

Ausschussaktivitäten

Workshop „Erfolgreich und souverän führen für Ärztinnen“

Oberärztin, Chefärztin, Praxisinhaberin, Geschäftsführerin: Mit dem Ziel, Kolleginnen auf ihrem Karriereweg zu stärken, hat der Hartmannbund-Ausschuss „Ärztinnen“ den Workshop „Erfolgreich und souverän führen“ ins Leben gerufen und dazu eine Gruppe interessierter Kolleginnen ins Hartmannbund-Haus eingeladen. Wie können wir Fähigkeiten wie Klarheit, Wille, Überblick, Empathie und Kommunikationsgeschick spontan und gezielt so einsetzen, dass die Interaktion mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen nach den eigenen Vorstellungen gelingt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops. Packend und mitreißend erläuterte Referentin Anja Henke auf Grundlage der Gehirn- und Motivationsforschung Methoden zur Verhaltenssteuerung und Selbststeuerung. Anhand von Fallbeispielen aus dem Alltag der Teilnehmerinnen erarbeitete sie gemeinsam mit der Gruppe konkrete Lösungsstrategien zum Umgang mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kollegen. Daneben vermittelte sie Wissen in Führungstechniken, Sprachgebrauch und Fokussierung. Am Ende des Workshops waren sich die Teilnehmerinnen einig: ein echter Erkenntnisgewinn!
Bild links: Referentin Anja Henke (AH Verkaufstraining und Personalentwicklung) und wissenschaftliche Leiterin Anne Marie Schneider (eine Sprecherin des HB-Ausschusses „Ärztinnen“)
Bilder unten: Impressionen aus dem  Workshop

 

 

 Hartmannbund Ärztinnentag 2019

Initiatorinnen und Referentinnen des 1. Hartmannbund-Frauentags: Dr. Gerlinde Kempendorff-Höhne, Prof. Anke Lesinski-Schiedat, Dr. Sabine Wedekind, Dr. Antonia Stahl, Dr. Dr. Galina Fischer, Prof. Uta Meier-Gräwe

Immer wieder liest man von der Feminisierung der Medizin – nur weil der Anteil der Ärztinnen in der Versorgung steigt. Langsam kommt der hohe Anteil an weiblichen Studierenden innerhalb der Humanmedizinstudierenden auch in der Versorgung an. Was bedeutet das für das Arbeiten als Ärztin? Kommen Ärztinnen auch in den Führungsetagen an, und ist die Honorierung angemessen, vergleichbar mit der der Ärzte? Um diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und Netzwerke zu knüpfen, hatte der Ausschuss Ärztinnen des Hartmannbundes am 2.3.2019 nach Berlin zum 1. Hartmannbund-Ärztinnentag eingeladen. Im Mittelpunkt standen drei Referentinnen:

Frau Univ.-Prof. em. Dr. Uta Meier-Gräwe, Soziologin, referierte zu „Wie Ärztinnen persönliche Karriere-Ziele erreichen und wie wir die Position von Ärztinnen in ihrer Arbeitswelt stärken – wider den Gender-Pay-Gap und veraltete Rollenmuster“. Gegen die Erwartung aller musste Frau Prof Meier-Gräwe berichten, dass im „Globalen Gender Report 2018“ Deutschland innerhalb der letzten 12 Jahre im Vergleich zu den Fortschritten anderer Länder um 12 Positionen gesunken ist – auf Position 18. Sie erinnerte daran und zeigte es auch für den gesundheitswirtschaftlichen Arbeitsbereich auf, dass gemischt-geschlechtliche Führungsspitzen deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Um das aber nachhaltig zu erreichen, müssten gerade auch in Krankenhäusern die in anderen Wirtschaftsfeldern bereits erhobenen Zweifel an den klassischen hierarchischen Führungsstrukturen aufgebrochen werden. Neben dieser klassischen Auffassung von Hierarchie behindert ein weiteres jahrelang gepflegtes Image die Entwicklung von Frauen: einerseits wird die Mutterschaft glorifiziert und andererseits die Wissenschaft. Wie auch im nicht-ärztlichen Arbeitsumfeld führt immer noch Mutterschaft nicht nur in der Krankenversorgung sondern auch in der Forschung zur Ausgrenzung. Die nicht mehr zeitgemäßen Mutterschutzregelungen und die Vorurteile auch der „forschenden Chefs“ behindern die Entwicklungsmöglichkeiten von Ärztinnen in einer wichtigen Phase der Karriere.

Die Entwicklungsmöglichkeiten werden durch eine unterschwellige Befürchtung der sog. „Feminisierung der Medizin gebremst. Der Feminisierung wird unterstellt, dass durch die Mutterschaft der Ärztinnen, durch das fehlende selbstlose Handeln der Chirurginnen die klinische Versorgung der Bevölkerung gefährdet sei und Potential in der Forschung verloren gehen würde. Folgerichtig wird eine Männerquote oder der Zuzug ausländischer Ärzte gefordert.

Grundsätzlich wird die Priorisierung in allen Arbeitsbereichen von den Führungskräften festgeschrieben. Folgerichtig: solange Lehrstühle und Chefarztpositionen nicht auch mit einem höheren Frauenanteil besetzt sind, ändert sich an der Medizin, an der Lehre und der Forschung nichts. Der Aufbau effektiver Netzwerke, die gerade in der mittleren Arbeitsphase aufgebaut und belebt werden können, erfährt eine deutliche Behinderung, wenn die Frauen in dieser Phase keine Chance zur Wiedereingliederung nach der initialen Kinderphase erhalten. Grade diese Netzwerke sind aber wichtig, um Ärztinnen Vorbild und Motivation zu sein.

Mit den inhaltlichen Asymmetrien ist auch ein wirtschaftliches Ungleichgewicht verbunden, welches vom geringeren Einkommen bis hin zur Alterssicherung reicht. Diese Tatsache, die auch für Ärztinnen gilt, insbesondere weil viele lange in Teilzeitarbeitsverhältnissen verbleiben, ist eine immer wieder unterschätzte Tatsache. Es wurde diskutiert, ob der HB eine Art Headhunter-Berater-Funktion bei Fragen der Vertragsverhandlungen einnehmen könne. Zumindest scheint der HB die richtige Plattform für ein effizientes Netzwerk an Erfahrungsaustausch und ggf. Mentoring zu sein. Schlussendlich muss es das Ziel des Hartmannbundes aus Sicht von Frau Prof Meier-Gräwe sein, dass die homosoziale Kooptation auch bei Ärztinnen zu einer gegenseitigen Förderung führt. Diese Kooptation kann die Folge eines Ärztinnen-Netzwerkes sein und ist die Grundlage für einen zukünftig höheren Anteil an weiblichen Führungskräften. Dafür wird sich der Hartmannbund einsetzen. Ob das mit einer Quote verbunden sein muss, wurde divers diskutiert.

Frau Dr. Gerlinde Kempendorff-Höhne erläuterte und demonstrierte mit rhetorischer Perfektion zum Thema „Frauen reden anders. Männer auch. Gut zu wissen.“ Spätestens nach diesem Vortrag wurde klar, dass die Techniken der Kommunikation auch für Ärztinnen außerordentlich wichtig sind – und dass diese durchaus anders als bei Ärzten sind. Diese Techniken können besonders in der Gesundheitswirtschaft erfolgreicher sein als die Kommunikationstechniken der männlichen Kollegen. Nicht nur deshalb sollten sie angewendet werden. Der Mangel an ärztlichem Personal muss ermutigen, sich auf Herausforderungen einzulassen und neue Wege für die Zielerreichung zu beschreiten. Darin sind sich alle Referentinnen einig – auch Frau Dr. Antonia Stahl. Mit viel Enthusiasmus, klarem Blick für das eigene Ziel, Teambuilding auf neuen Terrain und klaren Ansagen in alle Richtungen gründete sie eine eigene Praxis. Selbstständigkeit als Unternehmerin vorgelebt – ohne die Tücken des täglichen Arbeitens als Arbeitgeberin zu beschönigen – eine ermutigende Erfahrung.

Der 1. HB Ärztinnentag wurde durch ein beeindruckendes Referat von Frau Prof Meier-Gräwe eingeleitet und hat die Struktur für diese künftig jährlich vorgesehene Frühjahrskonferenz vorgegeben (Autorin: Prof. Anke Lesinski-Schiedat)

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