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PJ-Aufwandsentschädigung

Eine bundesweit einheitlich PJ Aufwandsentschädigung. Für Alle!

Studierende im Praktischen Jahr (PJ) werden im Krankenhaus in der Regel als „Vollzeitkräfte“ eingesetzt und übernehmen regelmäßig Tätigkeiten, mit denen sie den Klinikablauf unterstützen. Das haben Befragungen des Hartmannbundes gezeigt. PJ-Studierende dürfen jedoch nicht als kostenlose oder kostengünstige Arbeitskräfte gesehen werden, sondern haben ein Recht auf eine gute Lehre und eine angemessene Aufwandsentschädigung.

Der Hartmannbund fordert seit langem die Einführung einer bundesweit einheitlichen PJ-Aufwandsentschädigung* für alle Medizinstudierenden.

Die aktuellen Zahlen der jüngsten Erhebung des Hartmannbundes zur PJ-Aufwandsentschädigung unter 768 Lehrkrankenhäusern sprechen für sich: Lediglich 26 Kliniken orientieren sich derzeit am aktuellen BAföG-Höchstsatz wohingegen 147 Lehrkrankenhäuser keine Aufwandsentschädigung zahlen. 61 Kliniken orientieren sich dazu noch am früheren BAföG-Höchstsatz von 597 Euro. Insgesamt zahlen 11,3 Prozent der Lehrkrankenhäuser ab 597 Euro und mehr.

Trotz zahlreicher Aufrufe und Appelle an die Fakultäten, Universitätskliniken und die Politik ist im Vergleich zu den Erhebungen aus Jahren 2015 und 2014 nur leichte Verbesserungen der Zahlungsmoral zu erkennen. Rund ein Viertel der überprüften Kliniken zahlen im Jahr 2014 eine Aufwandsentschädigung bis 300 Euro. Im Jahr 2015 stieg diese Zahl um einen Prozentpunkt und verringerte sich 2017 auf 20,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl von Kliniken, die zwischen 301 Euro und 500 Euro zahlten von 37,6 Prozent (2014) auf 46 Prozent im Jahr 2017.

Spitzenreiter der „Nichtzahler“ blieben dagegen Berlin (39 mal 0 Euro), Hamburg (15 mal 0 Euro) und München (36 mal 0 Euro). Regionale Veränderungen in der Zahlungsmoral sind dagegen in erster Linie im Ruhrgebiet und ländlicheren Regionen zu erkennen. Zudem bieten viele Kliniken zusätzlich Sachleistungen an (zum Beispiel Unterkunft, Fahrtkosten, Mahlzeiten oder zusätzliche Vergütungen der PJ-Dienste).

Der Deutsche Ärztetag hat den Gesetzgeber und die für die Festsetzung der PJ-Aufwandsentschädigung verantwortlichen Ausbildungsstätten – also die Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser – bereits 2014 aufgefordert, allen PJ-Studierenden eine entsprechende Aufwandsentschädigung zu zahlen. Diese Forderung konkretisierten die Delegierten des 121. Deutschen Ärztetages 2018 auf Initiative des Hartmannbundes und setzten sich für eine bundesweit einheitliche Aufwandsentschädigung ein. Damit ist ein weiterer Schritt hin zu einer fairen PJ-Aufwandsentschädigung gemacht.


* der Hartmannbund fordert seit langem von den Lehrkrankenhäuser eine bundesweit einheitliche Zahlung in Höhe des geltenden BAföG-Höchstsatzes – die geltende Approbationsordnung deckelt den Betrag an dieser Stelle! Vor dem Hintergrund eines Beschlusses des 121. Deutschen Ärztetages fordert der Hartmannbund vom Bundesgesundheitsminister eine Änderung der Approbationsordnung, die eine bundeseinheitliche PJ-AWE  von mindestens 1.500 Euro ermöglicht – und somit eine entsprechende Forderung an die Lehrkrankenhäuser.

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