In tiefer Trauer und mit großer Anteilnahme nimmt der Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V. Abschied von seinem ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Dr. Hans-Jürgen Thomas. Der leidenschaftliche Arzt und Gesundheitspolitiker verstarb am 27. Februar 2026 im Alter von 86 Jahren in Lippstadt.
„Unser tiefes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie und seinen Angehörigen“, sagt Dr. Klaus Reinhardt, der Vorsitzende des Hartmannbundes. „Mit ihm verliert die deutsche Ärzteschaft eine ihrer profiliertesten Stimmen und einen unermüdlichen Streiter für die Freiberuflichkeit des Arztberufes. „Dr. Thomas hat sein Leben in den Dienst seiner Patientinnen und Patienten und seines Berufsstandes gestellt. Dafür werden wir ihm immer dankbar sein.“
Thomas war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur der deutschen Gesundheitspolitik. Als niedergelassener Arzt kannte er die täglichen Herausforderungen der Patientenversorgung aus erster Hand. Diese Praxiserfahrung bildete stets das Fundament für sein politisches Handeln: Er verstand Medizin nie nur als Behandlung von Krankheiten, sondern als Dienst am Menschen, der Freiraum und Vertrauen benötigt. Und das waren keine Sonntagsreden: Bereits im Jahr 1962 hatte Thomas für seine Hilfsleistungen während der Sturmflutkatastrophe an der deutschen Nordseeküste die Gedenkmedaille des Bundeslandes Niedersachsen erhalten. Für sein Wirken wurde der Hartmannbund-Ehrenvorsitzende vielfach geehrt. Zu den bedeutendsten Auszeichnungen zählen das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (2006), das Bundesverdienstkreuz am Bande (2000), die Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft (2007), die Hartmann-Thieding-Plakette (2006) sowie die Wilhelm-Berghoff-Medaille und das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes. Diese Würdigungen spiegeln die Wertschätzung wider, die Thomas als Arzt, Standespolitiker und Mensch entgegengebracht wurde.
Besondere Verdienste für den Hartmannbund
Thomas Engagement für den Hartmannbund war außergewöhnliche intensiv und weitsichtig. In seinen verschiedenen Funktionen innerhalb des Verbandes – unter anderem als langjähriger Bundesvorsitzender und später als Ehrenvorsitzender setzte er Maßstäbe:
Einsatz für die Freiberuflichkeit: Als „Arzt aus Leidenschaft stellte sich Dr. Thomas gegen eine zu starke Ökonomisierung des Gesundheitswesens und setzte sich für den Erhalt der ärztlichen Unabhängigkeit ein.
Brückenbauer zwischen den Generationen: Es war ihm ein besonderes Anliegen, den ärztlichen Nachwuchs zu fördern und die standespolitische Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben.
Strategischer Vordenker: Mit scharfem Verstand und rhetorischem Geschick vertrat er die Interessen der Mitglieder auf Bundes- und Landesebene und genoss dabei parteiübergreifend hohen Respekt.
„Hans-Jürgen Thomas war nicht nur ein allseits geschätzter Kollege, sondern ein Vorbild an Integrität und Standhaftigkeit“, würdigt der Vorstand des Hartmannbundes den Verstorbenen. „Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schwer zu schließen sein wird. Sein Vermächtnis – der Schutz der ärztlichen Werte in einer sich wandelnden Welt – ist aktueller denn je. Und wird uns weiterhin als Kompass dienen.“