Ausschuss Ärztinnen im Hartmannbund begrüßt Forschungsinitiative zur Frauengesundheit

Dr. Wenke Wichmann„In der täglichen Versorgung erleben wir, dass Frauen bei vielen Erkrankungen andere Symptome und Therapieansprechen zeigen als Männer. Medizinische Leitlinien beruhen jedoch noch immer auf überwiegend männlichen Studiendaten. Die Folge sind mögliche Verzögerungen in der Diagnostik sowie Therapien, die bei Patientinnen weniger wirksam oder schlechter verträglich sein können als bei Patienten“, so Dr. Wenke Wichmann, Sprecherin des Netzwerks Ärztinnen im Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.

Die Forschungsinitiative der Bundesgesundheitsministerin setze an diesem strukturellen Defizit an und gehe damit auf eine langjährige Forderung aus dem Netzwerk Ärztinnen im Hartmannbund ein. „Diese Unterschiede im Rahmen der Gendermedizin systematisch zu erforschen ist ein seit langem nötiger Schritt, der die Behandlungsqualität verbessert und die Patientinnensicherheit fördert“, begrüßt Dr. Dr. Galina Fischer (Foto), ebenfalls Sprecherin des Netzwerks Ärztinnen und Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Hartmannbundes, den Startschuss zur Forschungsförderung für Frauengesundheit.

Besonders positiv bewertet das Netzwerk Ärztinnen auch den patientinnenzentrierten Ansatz der Förderlinien, der die Forschung zu frauenspezifischen Themen unterstützt: „Forschung, die Themen wie Endometriose, Wechseljahre und Versorgung nach Gewalterfahrungen berücksichtigt, ist hochrelevant für die Frauengesundheit“, so Dr. Iris Illing, ebenfalls Netzwerk-Sprecherin, abschließend. „Nachhaltige Verbesserungen in der Frauengesundheit lassen sich nur erreichen, wenn diese Themen fest in Forschung, Lehre und Versorgung verankert werden.“