Der Hartmannbund in Niedersachsen sieht in den für Montag geplanten Apotheken-Protesten ein starkes Signal für die notwendige Sicherung der ambulanten Versorgung in Deutschlands zweitgrößtem Flächenland:
„Die Apothekerinnen und Apotheker sind ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, die Patientenversorgung flächendeckend zu gewährleisten“, erklärt Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat, die stellvertretende Vorsitzende des Hartmannbundes und Landesvorsitzende in Niedersachsen. „Dafür muss die Politik Lösungen finden und die wirtschaftliche Selbständigkeit der Freiberufler erhalten. Zur notwendigen gesundheitspolitischen Effizienzsteigerung und Strukturveränderung gehört auch immer Augenmaß, denn sonst riskieren wir eine Überlastung der ambulanten Strukturen und damit eine Schwächung der Versorgung.“
Ein „Apothekensterben“ in der Fläche träfe zudem auch die Arztpraxen im Bundesland empfindlich, mahnt der Hartmannbund Niedersachsen. Die daraus entstehende mögliche Lücke in der Behandlungskette sei durch vermeintlich einfache Lösungen nicht zu schließen: „Online-Anbieter sind sicher kein Weg, um gerade die weniger mobile Bevölkerung zu versorgen. Vielmehr ist es wichtig, das wirtschaftliche Überleben der Apotheke vor Ort zu sichern. Und hierbei muss die Politik die Kernkompetenzen der Apothekerinnen und Apotheker stärken, statt „Apotheken light“ zu installieren und Risiken und Nebenwirkungen zu riskieren“, sagt Dr. Thomas C. Stiller, der stellvertretende Landesvorsitzende des Hartmannbundes in Niedersachsen.
Die Ärztinnen und Ärzte bräuchten die Pharmazeutinnen und Pharmazeuten insbesondere als Partner im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit. Und um ihre wichtigen Aufgaben voll erfüllen zu können, benötigten sie faire Honorare. Genauso wie Ärztinnen und Ärzte faire Rahmenbedingungen benötigten, um ihre ärztliche Tätigkeit im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung zu erbringen. Beides zusammen mache eine optimale ambulante Versorgung erst möglich.
„Insofern kann der Apothekenprotesttag am Montag ein starkes Signal setzen“, sagt Lesinski-Schiedat. „Und daran erinnern, dass die ambulante Versorgung durch Freiberufler das Rückgrat unseres Gesundheitssystems ist. Dieses müssen wir nachhaltig stärken, nicht nur in Niedersachsen.“