Der Hartmannbund-Landesverband Niedersachsen begrüßt, dass sich Bund und Länder auf einen Kompromiss zur Krankenhausreform verständigt haben und damit mehr Planungssicherheit für die weitere Entwicklung der Krankenhauslandschaft entsteht. Zugleich mahnt der Verband an, dass die Umsetzung im Flächenland Niedersachsen mit Augenmaß die regionalen Besonderheiten berücksichtigen und integrieren muss.
„Ein Rückbau der Krankenhausstrukturen ist angesichts des Fachkräftemangels, der demografischen Entwicklung und der notwendigen Spezialisierung medizinischer Leistungen grundsätzlich notwendig und sinnvoll“, erklärt die Landesvorsitzende Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat. „Dieser Rückbau muss die vorhandenen ambulanten Strukturen einbeziehen, um eine zukunftsorientierte sektorübergreifenden Patientenversorgung aufzustellen.“
Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen mit zahlreichen Grund- und Regelversorgern und teilweise erheblichen Fahrzeiten im ländlichen Raum sind verlässliche und funktionierende Strukturen unerlässlich. In ärztlicher Verantwortung entwickelte Strukturen, wie sie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) eingeführt hat, sichern eine leistungsfähige, rund um die Uhr erreichbare Notfallversorgung von der Großstadt bis in den ländlichen Raum.
Der Hartmannbund warnt davor, notwendige Strukturentscheidungen durch zu lange Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen weiter hinauszuzögern. „Strukturwandel braucht Klarheit, Verlässlichkeit und realistische Zeitpläne“, heißt es. Gleichzeitig brauche es regionale Lösungen, die die vorhandenen Versorgungsstrukturen, Fahrzeiten, Rettungsdienste und personellen Ressourcen angemessen berücksichtigen.
Niedersachsen benötigt deshalb ein landesspezifisches Umsetzungskonzept, das Versorgungsradien, Erreichbarkeiten, bestehende Leistungsangebote und personelle Ressourcen beachtet. Zugleich muss es selbstständig tätigen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Kommunen sowie Trägern rechtzeitig Planungssicherheit geben.