Studierende fordern Kurswechsel: PJ steckt im letzten Jahrhundert fest

„Es ist unbegreiflich, dass wir im Jahr 2026 noch immer mit Regelungen konfrontiert sind, die der Realität eines modernen Medizinstudiums nicht gerecht werden“, erklärt Kimberley Gärtner, Co-Vorsitzende des Ausschusses der Studierenden im Hartmannbund.

Auf ihrer letzten Sitzung übten die Studierenden deutliche Kritik an den seit Jahren unveränderten Rahmenbedingungen des Praktischen Jahres (PJ) und warnten vor den Folgen politischen Stillstands.

Sie fordern eine einheitliche und praktikable Fehlzeitenregelung, verbindliche Mindeststandards für die didaktische Qualität im PJ sowie eine angemessene, flächendeckend verlässliche Vergütung.

Die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zugesagten Verbesserungen müssen endlich umgesetzt werden. Ohne klare politische Entscheidungen drohe das PJ eine Phase zu bleiben, in der Studierende organisatorisch und finanziell übermäßig belastet werden, statt eine hochwertige Vorbereitung auf den ärztlichen Beruf zu erhalten.

„Es ist paradox: Wir planen High-Tech-Medizin, während das PJ im letzten Jahrhundert feststeckt. Medizinische Exzellenz braucht ein Fundament, das trägt. Die Politik muss jetzt gemeinsam mit uns den Weg ebnen“, betont Kay Dafler, neu gewählter Co-Vorsitzender des Ausschusses.

Die Medizinstudierenden erwarten, dass die Politik ihrer Verantwortung gerecht wird und die notwendigen Reformen im PJ nun endlich verbindlich auf den Weg bringt.