Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes

Auch in diesem Jahr, nun bereits schon zum 54. Mal, wird wieder der Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes verliehen. Geehrt werden mit diesem Preis Spiel- oder Fernsehfilme beziehungsweise Beiträge, die sich überzeugend mit aktuellen Themen und Herausforderungen des ärztlichen Handelns im Kontext der  medizinischen Versorgung auseinandersetzen.

Der Gewinner/die Gewinnerin des Film- und Fernsehpreises wird im Rahmen der Hauptversammlung des Hartmannbundes am 30. Oktober 2026 in Berlin bekanntgegeben und geehrt.

 

Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes 2025

Auszeichnung für die NDR-Story: „Hilfe, mein Krankenhaus stirbt! Was bringt die Reform?“

Die Filmemacherin Antje Büll ist am Freitag im Rahmen der Hauptversammlung des Hartmannbundes mit dem diesjährigen Film- und Fernsehpreis für die NDR-Story: „Hilfe, mein Krankenhaus stirbt! Was bringt die Reform?“ ausgezeichnet worden. Stellvertretend hat Gabi Bauer (NDR) die Auszeichnung in Empfang genommen. Aus 29 eingesandten Beiträgen ist die bemerkenswerte Dokumentation von einer Fachjury ausgewählt worden.

Die Begründung der Jury:

„Die NDR-Story: ‚Hilfe, mein Krankenhaus stirbt! Was bringt die Reform?‘ überzeugt durch ihre klare Haltung und journalistische Sorgfalt. Filmemacherin Antje Büll greift ein Thema auf, das viele Menschen unmittelbar betrifft, und setzt es in ruhiger, fokussierter und inhaltlich hochqualitativer Weise um. Dabei gelingt ihr die schwierige Balance zwischen professioneller Distanz und echter Nähe zu den Protagonistinnen und Protagonisten.

Das Filmteam bleibt konsequent bei den Menschen vor Ort und eröffnet zugleich den Kosmos Krankenhaus in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Multiperspektivisch erzählt, lässt die Dokumentation jeder Sichtweise Raum, gibt Widersprüchen Gewicht und verzichtet bewusst auf jede Form von Sensationslust. Statt Schuldige zu suchen, interessiert sie sich für Strukturen, Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten. Dabei bleibt die Dokumentation klar regional verankert – sie erzählt aus einer konkreten Region, ohne sich darin zu verlieren. Gerade diese Bodenhaftung macht ihre Stärke aus: Aus dem Lokalen erwächst ein universelles Bild der Herausforderungen, vor denen das Gesundheitswesen in ganz Deutschland steht.

Besonders beeindruckt, wie der Umbau eines Krankenhauses nicht nur begleitet, sondern erlebbar gemacht wird – mit wiederholten Besuchen an den Drehorten, die dem Film Tiefe und emotionale Kontinuität verleihen. So entsteht ein eindrückliches Zeitdokument, das Veränderungen nicht nur beschreibt, sondern spürbar macht.

Zugleich öffnet der Film den Blick über den Einzelfall hinaus: Er wird zu einer Reise durch die deutsche Kliniklandschaft, die zeigt, wie Transformationsprozesse unsere Gesundheitsversorgung verändern – mit all ihren Chancen, Brüchen und Verlusten. Ein Werk, das Haltung mit Ausgewogenheit verbindet – authentisch, nah an der Realität und getragen von dem Mut, Komplexität auszuhalten. Ein Film, der nicht nur informiert, sondern bewegt und nachwirkt. Ein Film, dessen journalistische Qualität und Differenziertheit in diesen Zeiten Vorbild und beispielgebend ist.“

Der Jury gehören an: Renate Werner – Filmemacherin und Journalistin, Mareike Müller – Filmemacherin und Grimme-Preisträgerin, Denis Nößler – freier Journalist und ehemaliger Chefredakteur der Ärzte Zeitung, Hajo Zenker – gesundheitspolitischer Korrespondent der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft mbH und Prof. Dr. Markus Lehmkuhl – Experte für Wissenschaftskommunikation in digitalen Medien.

 

2023 für „My doctor’s life – Tagebuch einer Ärztin, die aussteigt“ des HR

2022 für „Der Bluttest: Entscheidungsdrama vor der Geburt“ des WDR

2021 für „Charité intensiv: Station 43“ des rbb

2019 für „Die unsichtbare Krankheit“ des WDR

2019 Sonderpreis für „Charité“ (II) der ARD

2018 Film „Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert“ des WDR

2017 Film „Der unsichtbare Feind – Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken“ des NDR

2016 Dokumentation „Gefährliche Bluttransfusionen – Was hilft gegen das Risiko?“ des SWR

2015 Reportage „Der Arzt, der um die Ecke denkt“  aus der Sendereihe Menschen hautnah des WDR

2014 Reportage „In letzter Sekunde – die Notfallretter von Ludwigshafen“ der Redaktion odysso des SWR

2013 Reportage „Zuhause sterben“, eine Produktion des WDR

2012 Reportage „Der Nächste bitte! Warum Patienten ihren Arzt nicht verstehen“ aus der Reihe „exakt – Die Story“, eine Produktion des MDR

Sonderpreis der Jury – Reportage „Gesundheitsrisiko Implantate: Versuchskaninchen Patient“ des WDR-Sendeformats „Monitor“

2011 Reportage „Immer mit Herzblut: Ärzte – niemals Feierabend“ aus der Reihe „37 Grad“, eine Gemeinschaftsproduktion von Spiegel TV und ZDF

2010 Reportage „Schaltet mich ab! Patientenverfügung im Ärztealltag“, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks

2009 Spielfilm aus der Reihe „Tatort„: „Der glückliche Tod“, eine Produktion des Südwestrundfunks

2008 Sendung „Was ist los mit dem Zappelphilipp?“, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks aus der Reihe „Quarks & Co“

2007 Dokumentation „Schwester Tod – Mord auf der Intensivstation“, eine Produktion des Rundfunk Berlin-Brandenburg

2006 Doku-Serie „Anfänger in Weiß“, eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks

2004 Dokumentation „Sepsis – Killer im Blut“, eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks

2003 Film „Das Herz ist rot“, eine Produktion des Hessischen Rundfunks

2002 Vera Schmidberger für den Film „Doktor verzweifelt gesucht – Ärztemangel in Deutschland“

2001 Liz Wieskerstrauch für den Film „Die Seele brennt – Annäherung an eine multiple Persönlichkeit“

2000 Thomas Hallet und Michael Kumpfmüller für den Film „Kalte Herzen“ aus der Reihe „Menschen hautnah“

1998 Mirko Tomic als Autor des Films „Den Tod im Blut“

1997 Armin Maiwald für seinen Film „Die Geschichte von Katharina“

1996 Herbert Biber als Autor und Regisseur für seinen Film „Carité – Im Namen der Barmherzigkeit“

1995 Marianne Riedel als Autorin des Films „Geschenkte Zeit – Leben mit der fremden Niere“

1994 Felix Kuballa für seinen Beitrag Deutschlandbilder – „Friederike S., 28, Diagnose: Multiple Sklerose“

1993 Bodo Witzke für seine Reportage „Unter Mördern, Priestern und Vergessenen – Über deutsche Ärzte in Kolumbien“

1992 Brigitte Weismann und Bernhard Töpper für ihren Film „Wie würden Sie entscheiden? – Akute Lebensgefahr“

1991 Gero von Boehm als Autor des Films „Leben um jeden Preis – Ärzte gegen den Baby-Tod“

1990 Dr. Wolfgang Mühlbauer als Autor und Regisseur des Films „Unsichtbare Mauern“

1988 Thomas Greulich für seinen Film „Die letzten Tabus: Hämorriden“ gesendet im „Gesundheitsmagazin Praxis“

1987 Dr. med. Gernot Eigler für Buch, Regie und Musik des Films „Aranka“

1986 Manfred Teuber und Bernd Wiegmann als Autoren und Regisseure des Films „Eine Klinik im Schwarzwald“ aus der Reihe „Die Reportage“

1985 Constantin Pauli als Regisseur und Autor des Films „Die Arche im Pott“

1984 Gudrun Mainka als Autorin des Films „Multiple Sklerose“

1982 Dr. Paul Kersten als Regisseur und Autor des Films „Die Traurigkeit, die töten kann – Haben Depressionen Heilchancen?“

1981 Gerd Böckmann als Hauptdarsteller des Films „Von einem Tag zum anderen“

1980 Gretl Brand als Autorin und Regisseurin des Films „Schauplatz: Sprechstunde, Beobachtungen in einer Arztpraxis“

1979 Thomas Schamoni als Regisseur des Films „Platzangst“ aus der Reihe „Notsignale“

1978 Eberhard Pieper als Autor und Regisseur „Kleine bunte Freudenspender“

1977 Gero von Boehm für seine Fernsehdokumentation „Anarchie im Körper – Zum Stand der Krebsbekämpfung“

1976 Daniel Christoff für sein Fernsehspiel „Der Tod vor dem Sterben“

1975 Heinar Kipphardt für sein Fernsehspiel „Das Leben des schizophrenen Dichters Alexander März“

1974 Wilma Kottusch für ihren Bericht „Sterbehilfe – Mord oder Möglichkeit“

1972 Sigrid Schenkenberg für ihren Film „Ich hatte einen Herzinfarkt“ im Gesundheitsmagazin „Praxis“

1971 Hans Mohl für seinen Beitrag „Anruf bei Nacht“ im „Gesundheitsmagazin Praxis“

1969 Lothar Seehaus für seinen Bericht „Ärzte in drei Ländern“

1968 Norbert Mai für die Studie „XYZ – Der Arzt in Dichtung und Wahrheit“

1967 Horst Pillau als Autor des Films „Der Doktor“.