Hartmannbund Niedersachsen fordert Transparenz bei Planung der neuen Notfallzentren

Bei der Planung der neuen Notfallzentren müssen die Versorgung im ländlichen Raum und die bestehenden Krankenhausstrukturen stärker berücksichtigt werden.

Nach dem Bundestagsbeschluss zur Reform der Notfallversorgung fordert der Hartmannbund Niedersachsen mehr Transparenz bei der Planung der Integrierten Notfallzentren (INZ). Es müsse geklärt werden, nach welchen Kriterien die Standorte ausgewählt werden und wie deren personelle und finanzielle Ausstattung sichergestellt werden soll. Dafür brauche es einen frühzeitigen Dialog zwischen dem niedersächsischen Gesundheitsministerium, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und der Ärzteschaft.

„Eine bessere Patientensteuerung und die Entlastung der Notaufnahmen sind essenzielle Ziele. Dabei ist es entscheidend, wie die neuen Strukturen in Niedersachsen konkret umgesetzt werden sollen“, erklärt Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat, Landesvorsitzende des Hartmannbundes Niedersachsen.

Gerade in einem Flächenland wie Niedersachsen dürfe die Standortwahl nicht allein von Erreichbarkeitsvorgaben abhängen. Der Hartmannbund fordert deshalb eine transparente Analyse der regionalen Versorgungsstrukturen und des tatsächlichen Personalbedarfs. Dabei müssten auch die Auswirkungen der laufenden Krankenhausreform sowie die Versorgung in Regionen ohne eigenes INZ berücksichtigt werden. Der Landesverband unterstützt die Forderung von Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi nach einer stärkeren Beteiligung der Länder an der Standortplanung und drängt zugleich auf die frühzeitige Einbindung der Ärzteschaft.

„Wir müssen nicht nur darüber sprechen, wo neue Notfallzentren entstehen, sondern auch darüber, wie die Versorgung in Regionen ohne eigenes Zentrum sichergestellt wird. Dafür brauchen wir eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Strukturen und personellen Kapazitäten. Diese Fragen müssen Gesundheitsministerium, KVN und Ärzteschaft gemeinsam klären“, betont Prof. Dr. Christian Hönemann, Bezirksvorsitzender Oldenburg im Hartmannbund Niedersachsen und Facharzt für Anästhesie mit Zusatzqualifikationen in Intensiv- und Notfallmedizin, Leitender Notarzt, Prüfarzt.

Klärungsbedarf sieht der Landesverband zudem bei der Finanzierung des Rettungsdienstes und der neuen Notfallzentren. Zusätzliche Versorgungsstrukturen dürften die ohnehin begrenzten ärztlichen Ressourcen nicht weiter belasten, ohne die Patientenversorgung tatsächlich zu verbessern. Entscheidend sei vielmehr, mögliche Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und bei der Standortplanung zu berücksichtigen. Gerade in den ländlichen Regionen Niedersachsens müsse sichergestellt sein, dass die Notfallversorgung auch künftig flächendeckend und bedarfsgerecht gewährleistet bleibt.