Der Hartmannbund Mecklenburg-Vorpommern fordert die künftige Landesregierung auf, die langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung zu einer zentralen gesundheitspolitischen Priorität zu machen.
Angesichts der laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Linken und Bündnis 90/Die Grünen mahnt der Landesverband konkrete Maßnahmen zur Stärkung der medizinischen Infrastruktur an. Mit der amtierenden Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Verhandlungstisch der Arbeitsgruppe „Soziales und Gesundheit“ bietet sich die Gelegenheit, wichtige gesundheitspolitische Weichen für die kommenden fünf Jahre zu stellen.
„Die neue Landesregierung muss die medizinische Versorgung langfristig und verlässlich sichern. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern dürfen der Zugang zu ärztlicher Behandlung und deren Qualität nicht vom Wohnort abhängen“, erklärt Dipl.-Med. Bernd Helmecke, Landesvorsitzender des Hartmannbundes Mecklenburg-Vorpommern.
Der Hartmannbund begrüßt die bereits in den Sondierungsgesprächen formulierte Absicht, sämtliche Krankenhausstandorte im Land zu erhalten. Entscheidend sei jedoch, diese Zusage mit tragfähigen Konzepten zu unterlegen. Neben einer bedarfsgerechten Krankenhausplanung müssten insbesondere die ambulanten Versorgungsstrukturen gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen Praxen und Kliniken verbessert werden. Gerade in ländlichen Regionen sei eine wohnortnahe und sektorenübergreifende Versorgung von besonderer Bedeutung.
Zugleich fordert der Verband bessere Rahmenbedingungen für die Gewinnung und langfristige Bindung ärztlichen Nachwuchses. Dazu gehörten insbesondere attraktive Weiterbildungsbedingungen, verlässliche berufliche Perspektiven und der Abbau bürokratischer Belastungen.
„Eine flächendeckende medizinische Versorgung lässt sich nur sichern, wenn wir auch diejenigen stärken, die sie täglich gewährleisten. Gute Arbeitsbedingungen und ausreichend ärztlicher Nachwuchs sind dafür entscheidend“, betont Helmecke.
Positiv bewertet der Hartmannbund zudem die in den Sondierungsgesprächen angekündigte Intensivierung des Dialogs mit Verbänden. Die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung der Ärzteschaft sei eine wichtige Voraussetzung, um gesundheitspolitische Vorhaben praxisnah und bedarfsgerecht auszugestalten. Entscheidend sei, dass der angekündigte Austausch über reine Gesprächsangebote hinausgehe und die ärztliche Expertise tatsächlich in politische Entscheidungsprozesse einfließe.
Der Hartmannbund appelliert daher an die Verhandlungspartner, konkrete und langfristig finanzierbare Maßnahmen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung im Koalitionsvertrag zu verankern. Ziel müsse eine tragfähige Versorgungsstruktur sein, die den besonderen Herausforderungen Mecklenburg-Vorpommerns auch in Zukunft gerecht wird.