Lipp fordert Maßnahmen für bessere Nutzungsdisziplin

Klagen über fehlanreizgesteuerte Therapien, verschwendete Ressourcen und auch steigenden Kostendruck sind im Gesundheitswesen allgegenwärtig. Dabei liegt es aus Sicht des Sächsischen Hartmannbundes auf der Hand, dass endlich von allen erkannte Fehlanreize korrigiert werden müssen – wozu auch der Umgang mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) zählen. Fast 900.000 DiGA wurden bis Ende 2024 eingesetzt – und sinnvoll verwendet könnten sie tatsächlich zu einer besseren Versorgung beitragen.

Das Problem aus Sicht des Sächsischen Hartmannbundes: „Ein sinnvoller Einsatz ist noch längst nicht die Regel und die Abbrecherquote oder Nichtnutzung ist hoch, wie die Erfahrung zeigt. Die Anzahl nicht genutzter DiGA, die auf den jeweiligen digitalen Geräten vor sich hindümpeln, dürfte in die Hunderttausende gehen – dabei schlägt jede DiGA mit durchschnittlich 272 Euro zu Buche. Wir appellieren daher an den Gesetzgeber, folgende Regelungen nachzubessern:
Erstens eine verpflichtende Testnutzung einzuführen. So haben Patienten die Möglichkeit, die Funktionalität im Rahmen einer Frist von wenigen Wochen zu testen.

Zweitens sollte ermöglicht werden, bei Nichtgefallen zurückzutreten, ohne dass die Kassen für die vollen Kosten aufkommen müssten.

Drittens sollte eine nachweisbare Inanspruchnahme installiert werden. In dem Falle, dass Patienten nicht zurücktreten oder die DiGA nicht nutzen, wären sie entsprechend finanziell an den Kosten zu beteiligen. Dieses patientenseitige Steuerungspotential über finanzielle Anreize kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – nicht von ungefähr hat unsere Bundesgesundheitsministerin letzte Woche die Möglichkeit einer Gebühr oder auch eines Bonus ins Spiel gebracht, im Zusammenhang mit dem geplanten Primärarztsystem und abhängig vom jeweiligen Patientenverhalten“, äußert sich der Sächsische Hartmannbund-Vorsitzende Dr. Thomas Lipp.

Lipps abschließender Appell: „Frau Bundesgesundheitsministerin Warken, bitte schaffen Sie die Rahmenbedingungen, dass bei diesen Kosten eingesetzte DiGA auch wirklich genutzt werden. Alles andere ist in Zeiten knapper Kassen ein Luxus, den wir uns nicht leisten können und reine Ressourcenverschwendung.“