Sparvorschläge gefährden niederlassungsorientierte Versorgung in Bremen und Umgebung

Aus Sicht des Hartmannbundes Bremen könnten die am 30. März 2026 veröffentlichten Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen Wendepunkt für die ambulante Versorgung in Deutschland markieren. Während die Notwendigkeit finanzieller Stabilität und einer grundlegenden Strukturreform unbestritten ist, zeigen sich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, insbesondere in Regionen wie Bremen und dem Umland, erhebliche Risiken für die Zukunft der Niederlassung.

Der Hartmannbund Bremen begrüßt grundsätzlich den politischen Willen, die GKV langfristig solide aufzustellen. Gleichzeitig betont der Verband, dass viele der vorgeschlagenen Maßnahmen, insbesondere solche zur Deckelung der Vergütung, zur Einschränkung extrabudgetärer Leistungen und zur verstärkten Steuerung medizinischer Leistungen, die ökonomische Basis der niedergelassenen Versorgung empfindlich unter Druck setzen würden.

„Eine gesundheitsökonomisch stabile Zukunft darf nicht auf Kosten einer wohnortnahen, hochwertigen Versorgung gehen“, erklärt Michael Langholz, Landesvorsitzender vom Hartmannbund Bremen. „Die Niederlassung von Fachärztinnen und Fachärzten bildet das Fundament unseres Gesundheitssystems. Immerhin werden im ambulanten Sektor über 90% der Patienten behandelt. Wenn sie wirtschaftlich nicht mehr tragfähig ist, gefährdet das nicht nur Arbeitsplätze, sondern vor allem die medizinische Versorgung der Bevölkerung – besonders in ländlichen und peripheren Regionen. Aber auch gerade Bremen ist von der Entwicklung deutlich betroffen.“

Besorgnis bereiten dem Hartmannbund Bremen insbesondere die folgenden Punkte im Kommissionspapier:

  • Deckelung oder Reduktion extrabudgetärer Vergütungsanteile, die bislang stabilisierend für Praxiseinnahmen wirken,
  • intensivierte Mengenkontrollen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen, die planbare Praxiskalkulationen erschweren,
  • unzureichende Berücksichtigung der Kostensteigerungen, etwa für Personal, Energie und Investitionen.

„Die niedergelassene Versorgung ist kein Luxus, sondern eine tragende Säule des Gesundheitssystems“, so Michael Langholz weiter. „Wir fordern Politik und Kommission dazu auf, finanzielle Stabilität mit einer Perspektive für die Zukunft der ambulanten Versorgung zu verbinden.“ Diese sei gerade unter dem Aspekt der anlaufenden Krankenhausstrukturreform und der zunehmend angestrebten Ambulantisierung unabdingbar. Von den Konsequenzen der Leistungsbeschränkung für einen zeitnahen Arzttermin ganz zu schweigen.“