Der Landesverband Bayern des Hartmannbundes unterstützt die Forderungen der Fachschaft für Humanmedizin Regensburg und der Fachschaft Medizincampus Niederbayern nach einem sofortigen Stopp des geplanten Stellenabbaus am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) und einer verbindlichen Sicherung der Ausbildungsqualität. Die Studierenden hatten sich in einem Offenen Brief an den bayerischen Wissenschaftsminister Markus Blume und die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach gewandt und die geplanten Kürzungen als „fatales Signal“ bezeichnet.
„Wer die Qualität der ärztlichen Ausbildung sichern will, kann nicht gleichzeitig die Zahl der Lehrenden reduzieren und die Zahl der Studierenden erhöhen“, erklärt Wolfgang Gradel, der Vorsitzende des Landesverbands Bayern des Hartmannbundes. „Die praktische Ausbildung am Krankenbett lebt von persönlicher Betreuung und ausreichend Zeit für Lehrgespräche. Wird diese Zeit durch Personalmangel weiter beschnitten, geht das zulasten der Ausbildungsqualität angehender Ärztinnen und Ärzte – und mittelfristig auch zulasten der Versorgungsqualität in ganz Ostbayern.“
Nach aktuellem Stand sollen am UKR aus Kostengründen bis zu 40 Arztstellen wegfallen – rund sechs Prozent der gesamten Ärzteschaft des Klinikums. Gleichzeitig müssen die verbleibenden Ärztinnen und Ärzte im kommenden Semester rund 50 Prozent mehr Studierende betreuen. Diese Rechnung geht nicht auf, ohne dass Lehre und Patientenversorgung darunter leiden, kritisiert der Hartmannbund Landesverband Bayern.
Er teilt die Einschätzung, dass ein pauschaler Stellenabbau nach dem Rasenmäherprinzip der falsche Weg ist, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Universitätsklinikums zu lösen. Universitätsklinika erfüllten einen Dreiklang aus Krankenversorgung, Forschung und Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses, der nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfe. Wer, wie das Wissenschaftsministerium, Stellenkürzungen mit Verweis auf ein Jahresdefizit als „dringend erforderlich“ einstuft, ohne die Auswirkungen auf Lehre und Weiterbildung mitzudenken, verkenne die Tragweite der Entscheidung.
Der Landesverband Bayern des Hartmannbundes stellt sich an die Seite der Medizinstudierenden und fordert die Staatsregierung auf, gemeinsam mit dem UKR tragfähige Lösungen zu entwickeln, die die Finanzsituation des Klinikums verbessern, ohne die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses und die Patientenversorgung zu gefährden. „Kurzfristige Einsparungen dürfen nicht zulasten der nächsten Ärztegeneration gehen“ mahnt Gradel.