„Wichtiger Baustein“: Hartmannbund Landesverband Rheinland-Pfalz unterstützt die Einführung einer Zuckersteuer

Der Landesverband Rheinland-Pfalz befürwortet die Einführung einer Zuckersteuer, die eine gesundheitliche Lenkungswirkung entfaltet.

„Es ist aktuell notwendig Mut und die erforderliche Weitsicht aufzubringen, um einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik einzuleiten und konsequent umzusetzen“, betont Dr. Christian Schamberg-Bahadori, der Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz. „Prävention spielt dabei die herausragende Rolle.“

Denn die Krankheitslast einer Gesellschaft werde nicht allein durch die demografische Entwicklung bestimmt. Einen erheblichen Einfluss hätten auch veränderbare Lebensstil- und Umweltfaktoren. Dazu zählt unter anderem der Konsum von Zucker. Genau hier solle die Gesundheitspolitik ansetzen: Wo Risiken beeinflussbar sind, müsse Prävention greifen, bevor Krankheiten entständen

Die wissenschaftliche Evidenz zum Zusammenhang zwischen einem hohen Zuckerkonsum und zahlreichen Erkrankungen ist umfangreich. Die WHO beschreibt solche Steuern deshalb als einen möglichen „win-win-win“-Ansatz: für die öffentliche Gesundheit, für die Vermeidung von Gesundheitskosten und für mehr gesundheitliche Chancengleichheit. Eine Zuckersteuer könne damit ein wirksames Instrument sein, um Konsumverhalten zu beeinflussen und gleichzeitig Anreize für die Lebensmittelindustrie zu schaffen, Rezepturen zu verändern, so der Hartmannbund Landesverband Rheinland-Pfalz.

Internationale Erfahrungen zeigten, dass eine solche Wirkung möglich ist. Länder wie Großbritannien haben mit entsprechenden Maßnahmen die Rahmenbedingungen für eine Veränderung des Konsumverhaltens geschaffen. Hersteller haben darauf reagiert und zunehmend Produkte mit reduziertem Zucker- beziehungsweise Salzgehalt auf den Markt gebracht. Eine klug ausgestaltete Zuckersteuer könne damit nicht nur das Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflussen, sondern auch die Angebotsseite verändern.

Zuckersteuer und Aufklärung müssen zusammengedacht werden

Die WHO betont, dass eine solche Steuer von der Ausgestaltung und Umsetzung bis zur Evaluation als Teil eines umfassenden politischen Prozesses gedacht werden muss. Deshalb sollten Gesetzgebung und Aufklärung von Beginn an zusammengedacht werden. Seit 1977 wird in Deutschland in immer kürzeren Abständen versucht, die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen zu begrenzen – zunächst unter dem Begriff der Kostendämpfungsgesetze, später im Rahmen verschiedener Gesundheitsreformen. Im Mittelpunkt stand dabei vielfach die Frage, wie mit den bestehenden Kosten umzugehen ist. Ein konsequenter Präventionsansatz setzt früher an: Er versucht, die Entstehung von Krankheiten zu verhindern und damit die Krankheitslast selbst zu reduzieren. Das wäre eine grundlegende Veränderung der gesundheitspolitischen Perspektive und gesundheitspolitischer Paradigmenwechsel. Dafür brauche es allerdings eine professionell konzipierte und handwerklich überzeugende Kommunikation. Die Erfahrungen mit früheren Präventionskampagnen, etwa im Bereich des Rauchens, zeigen, dass gesetzgeberische Maßnahmen und Aufklärung nicht nebeneinanderher laufen dürfen. Sie müssen inhaltlich aufeinander abgestimmt sein und eine klare, nachvollziehbare Botschaft vermitteln.

Prävention als Schlüssel zur nachhaltigen Stabilisierung des Gesundheitswesens

Eine solche Strategie bietet die Chance, die langfristige Stabilität des Gesundheitswesens zu sichern, ohne Leistungen für Versicherte abbauen oder den wirtschaftlichen Druck auf Beschäftigte im Gesundheitswesen weiter erhöhen zu müssen.

„Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Prävention notwendig ist, sondern ob Gesellschaft und Politik bereit sind, die vorhandenen Möglichkeiten konsequent zu nutzen“, so Schamberg- Bahadori. „Der Landesverband Rheinland-Pfalz sieht die Zuckersteuer als einen wichtigen Baustein für einen solchen Paradigmenwechsel.“