Einigung auf Orientierungswert für 2027: Steigerung um 2,2 Prozent

Nach längeren Verhandlungen haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband auf den neuen Orientierungswert für 2027 geeinigt. Dieser steigt zum 1. Januar um 2,2 Prozent.

Die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen steigen im kommenden Jahr. Denn der maßgeblich für die Preisgestaltung bestimmende Orientierungswert klettert 2027 von bisher 12,7404 Euro auf dann 13,0207 Euro. Das ist das Ergebnis der jährlichen Finanzierungsverhandlungen im Bewertungsausschuss. Um die Anpassung des Orientierungswertes festzulegen, muss gemäß § 87 Absatz 2g SGB V vor allem die Entwicklung der relevanten Investitions- und Betriebskosten wie Personal-, Energie- und Mietkosten aus den Vorjahren berücksichtigt werden, aber auch der jeweilige Ertrag des/der Ärzt:in.

Seit Inkrafttreten des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes steht zudem fest, dass die Preise der Leistungen nicht stärker steigen dürfen als die durchschnittlichen beitragspflichtigen Einnahmen je Krankenkassenmitglied, die sogenannte Grundlohnrate. Letztere wird für die Jahre 2027, 2028 und 2029 jeweils um einen Prozentpunkt abgesenkt und liegt nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums für das kommende Jahr bei einer Obergrenze von 3,42 Prozent.

Für die KBV ist die erzielte Steigerung des Orientierungswertes für 2027 zwar „kein Jubelergebnis“, aber man sei bereits an die „äußerste Grenze des Machbaren“ gegangen, um eine Einigung zu erzielen und einen Schiedsspruch mit ungewissem Ausgang zu vermeiden.

Kritik kam Ergebnis auch vom Hartmannbund Landesverband Thüringen: „Eine Punktwerterhöhung von 2,2 Prozent bildet weder die Personalkostensteigerungen in den Praxen ab, schon gar nicht weitere Gesamtkosten in den Praxen wie Energiekosten oder Praxisbedarf. Faktisch wird die Unterfinanzierung der Praxen somit weiter sinken und die Entwicklung, dass die Ausgaben in den Praxen stärker wachsen, als die Einnahmen, setzt sich ungebrochen fort“, stellt der Vorsitzende, Dr. Jörg Müller, klar.